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Schulden durch Onlineshopping : In der Falle

  • -Aktualisiert am

Das fliegt es hin, das Geld: Sofort kaufen und später Zahlen wird unter Onlineshoppern immer beliebter. Bild: Sébastien Thibault

Dass Käufer das Bezahlen auf die Zukunft verschieben können, führt vor allem jüngere Leute in Versuchung - und des öfteren in die Verschuldung.

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          In der Corona-Krise haben die Menschen mehr im Internet bestellt als zuvor. Allerdings haben viele beim ausgiebigen Onlineshopping außer Acht gelassen, dass sie über ihre derzeitigen finanziellen Verhältnisse leben. Grund hierfür ist, dass die Waren seltener gleich bei der Bestellung bezahlt werden, sondern erst mit zwei Wochen Verzögerung oder in künftigen Raten. Möglich macht dies die Methode „Buy now, pay later“ (zu Deutsch: Kaufe jetzt, bezahle später), die immer mehr Onlinehändler gemeinsam mit Bezahldienstleistern wie Klarna anbieten und die von Konsumenten immer häufiger genutzt wird.

          „Klarna und Co. wollen die Zahlung so einfach wie möglich gestalten, damit kein Kunde überlegen muss: Wie viel Geld habe ich noch auf meinem Konto liegen, welches Limit habe ich noch auf der Kreditkarte?“, sagt Bernd Richter vom Finanztechnologieunternehmen FIS.

          Dass Käufer das Bezahlen aufschieben können, führt vor allem jüngere Leute in Versuchung. In einer Umfrage unter 18- bis 34-Jährigen haben mehr als 70 Prozent angegeben, spontaner einzukaufen und zu höherwertigen Produkten zu greifen, wenn sie nicht sofort bezahlen müssen. Vor allem wer wenig finanzielle Bildung habe, „wird in die Falle gelockt“, sagt Birgit Vorberg von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

          Erste Daten aus den USA zeigen, dass 40 Prozent derjenigen, die „Buy now, pay later“ nutzen, ihr Zahlungsziel verfehlt haben. In Großbritannien passiert dies jedem Zehnten. Die britische Regierung plant bereits ein Gesetz, um Konsumenten vor hoher Verschuldung zu schützen.

          Thomas Klemm
          Sportredakteur.

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