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Betrugsverdacht : Schlüsselfigur im Wirecard-Skandal legt Geständnis ab

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Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München Bild: Frank Röth

Die Staatsanwaltschaft München hat bei der Aufklärung des Wirecard-Skandals offenbar einen wichtigen Ermittlungserfolg erzielt. Ein ranghoher Manager räumte laut seinem Anwalt eine Tatbeteiligung ein.

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          Im milliardenschweren Bilanzskandal beim Zahlungsdienstleister Wirecard packt ein zentraler Beschuldigter aus. Der wegen Betrugsverdachts inhaftierte Ex-Chef der Wirecard-Tochter Cardsystems Middle East räumte nach Angaben seines Anwalts im Verhör der Staatsanwaltschaft München eine Tatbeteiligung ein. „Mein Mandant hat sich freiwillig dem Verfahren gestellt und steht – im Gegensatz zu anderen – zu seiner individuellen Verantwortung“, sagte dessen Strafverteidiger Nicolas Frühsorger am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Münchner Staatsanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme ab.

          Der deutsche Manager hatte sich Anfang der vergangenen Woche gestellt, wie die Staatsanwaltschaft am Tag seiner Verhaftung mitgeteilt hatte. Er war dafür aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach München gereist. Im Emirat Dubai spielte die Cardsystems Middle East eine zentrale Rolle im skandalumwitterten Asiengeschäft von Wirecard. Dort wähnen die Ermittler einen Schwerpunkt der mutmaßlichen milliardenschweren Manipulationen der Wirecard-Geschäftszahlen.

          Durchsuchung in Dublin

          Eine weitere wichtige Tochter des Zahlungsabwicklers ist in Dublin angesiedelt. In der irischen Hauptstadt hatte die Polizei auf Wunsch der deutschen Strafverfolger vor wenigen Tagen Geschäftsräume von Wirecard durchsucht.

          Der Manager aus Dubai wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits am Tag seiner Verhaftung vernommen. Danach redete er abermals ausführlich mit den Ermittlern. „Zu den Einzelheiten werden wir uns allerdings ausschließlich gegenüber der Staatsanwaltschaft München äußern“, teilte sein Anwalt mit. Der Manager sitzt wegen Fluchtgefahr und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl stützt sich unter anderem auf den dringenden Verdacht des schweren gemeinschaftlichen Betrugs.

          Neue Regeln für Dax-Zugehörigkeit?

          Der bis in den Dax aufgestiegene Konzern war nach Aufdeckung eines 1,9 Milliarden Euro großen Bilanzlochs in die Insolvenz gerutscht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs, Untreue, Bilanzfälschung und Marktmanipulation gegen mehrere Manager. Vorstandschef Markus Braun trat zurück und hat sich ebenfalls der Staatsanwaltschaft gestellt. Vorstand Jan Marsalek, der für das Tagesgeschäft zuständig war, ist dagegen nach seiner fristlosen Entlassung untergetaucht. In Deutschland ist eine Debatte über Versäumnisse von Behörden und Wirtschaftsprüfern entbrannt, denen die Bilanzfälschungen lange verborgen geblieben waren.

          Derweil will die deutsche Börse als Folge des Wirecard-Skandal die Regeln für die Zugehörigkeit zum Leitindex Dax ändern. Künftig sollen Unternehmen nach einem Insolvenzantrag kurzfristig aus den Dax-Auswahlindizes ausscheiden, schlug der Börsenbetreiber am Freitag vor. Sollten die Marktteilnehmer dem Vorschlag zustimmen, könnte Wirecard schon im August statt im September aus dem Dax fallen.

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