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Kurz vor der Hauptversammlung : Aktionäre kritisieren Gehälter der SAP-Führung

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Am kommenden Mittwoch ist Hauptversammlung von SAP. Bild: dpa

Die Vergütung angestellter Top-Manager ist ein brisantes Thema. Nun brodelt es auch vor der Hauptversammlung von Deutschlands wichtigstem Softwareunternehmen.

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          Eigentümer-Vertreter des deutschen Softwareunternehmens SAP kritisieren vor der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch die Höhe der Vorstandsgehälter. „Wir werden gegen die Entlastung des Aufsichtsrates stimmen, weil wir erhebliche Bedenken bezüglich des Vergütungssystems haben und diese vom Aufsichtsrat ignoriert wurden“, sagte Hans-Christoph Hirt vom britischen Investor Hermes dem „Spiegel“.

          Die maximal mögliche Vergütung von bis zu 41 Millionen Euro durch Erfolgsboni sei unangemessen hoch. Es gebe „rote Linien“, die Konzerne nicht überschreiten sollten. Auch die Aktionärsvertretung ISS empfiehlt ihren Kunden dem Bericht zufolge, den Aufsichtsrat nicht zu entlasten.

          Der SAP-Vorstandsvorsitzende Bill McDermott hatte im vergangenen Jahr den Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche als Spitzenverdiener abgelöst in den Konzernen, die im deutschen Standardwerteindex Dax notiert sind. Mit rund 15 Millionen Euro fiel seine Vergütung wegen mehrjähriger Bonusprogramme fast drei Mal so hoch aus wie im Jahr davor.

          International verdienen Manager in dieser Branche allerdings gelegentlich noch viel mehr Geld: Larry Ellison, der Chef des amerikanischen SAP-Konkurrenten Oracle, bekam umgerechnet beinahe 40 Millionen Euro.

          Die Millionen-Vergütungen der Unternehmenschefs stehen immer häufiger in der Kritik der Aktionäre. Während der Generalversammlung der Schweizer Großbank Credit Suisse hatten die Aktionäre in der vergangenen Woche den Vergütungsbericht nur knapp gebilligt mit 58 Prozent der Stimmen. Sie störten sich daran, dass Konzernchef Tidjane Thiam trotz eines Verlustes von 2,7 Milliarden Franken immer noch ein Grundgehalt und Bonus von insgesamt 10,2 Millionen Franken erhielt.

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