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Chippreise : Samsungs Gewinn halbiert sich

Logo von Samsung Electronics Bild: Reuters

Sinkende Preise für Halbleiter belasten nach wie vor das Geschäft des südkoreanischen Konzerns Samsung Electronics. Doch es gibt erste Anzeichen für eine Wende zum Besseren.

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          Samsung Electronics erwartet als Folge sinkender Preise für Computerchips, dass der operative Gewinn das vierte Quartal nacheinander gesunken ist. Die Hoffnung auf eine Besserung ließ die Aktie von Samsung am Dienstag um mehr als ein Prozent zulegen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Der operative Gewinn betrug nach der vorläufigen Ergebnisschätzung Samsungs im Zeitraum von Juli bis September rund 7,7 Billionen Won (5,9 Milliarden Euro). Das ist ein Minus von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Doch Samsung schlug die Erwartungen von Finanzmarktanalysten, die nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg im Durchschnitt ein operatives Ergebnis von 6,97 Billionen Won erwartet hatten. Der Umsatz lag nach der Ergebnisprognose Samsung im dritten Quartal mit 62 Billionen Won etwa 5 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Aber auch damit lag Samsung besser als die Erwartungen der Analysten.

          Der Elektronikkonzern, der seinen Betriebsgewinn seit Jahren maßgeblich im Geschäft mit Halbleitern erzielt, erlebt nach einem lang andauernden Nachfrageaufschwung in dem Segment seit einem Jahr eine Baisse mit sinkenden Chippreisen. Das hat das Ergebnis Samsung in den vergangenen Quartalen stark belastet. Marktbeobachter erwarten eine zögerliche Besserung. Als ein Hoffnungszeichen gilt, dass der operative Gewinn im dritten Quartal 16,7 Prozent höher lag als im Frühjahr. Eine durchgreifende Besserung der Preise für die elektronischen Speicherbausteine wird aber erst für das kommende Jahr erwartet.

          Sorge vor amerikanischen Zollerhöhungen

          Doch die Marktlage ist derzeit sehr undurchsichtig. Die Preise für DRAM-Speicher, der unter anderem in Computer-Servern verwendet wird, sind im vergangenen Quartal weiter gesunken. Dagegen ziehen die Preise für NAND-Speicherbausteine in der Tendenz wieder an, wie Daten des taiwanischen Analyseunternehmens Inspectrum Tech zeigen. Die Auslieferungen Samsungs sind nach Einschätzung von Analysten im vergangenen Quartal gestiegen. Dafür könnten aber Sonderfaktoren verantwortlich gewesen sein. So dürfte die Sorge vor einer weiteren amerikanischen Zollerhöhung auf importierte Elektronikprodukte die Nachfrage zuletzt getrieben haben.

          Auch die japanisch-koreanischen Querelen um die japanischen Exportkontrollen von wichtigen Vorprodukten der südkoreanischen Halbleiterindustrie könnten Samsungs Kunden dazu gebracht haben, ihre Lagerbestände aus Sicherheitsgründen aufzustocken. Bislang gibt es zwar keine Anzeichen, dass Samsung Schwierigkeiten hätte, die Vorprodukte zu erhalten. Doch die Unsicherheit über den politisch aufgeheizten Streit war und ist groß.

          Wie stark der größte Hersteller von Handys die zuletzt mauen Ergebnisse im Verkauf der tragbaren Telefone verbessert hat werden erst die detaillierten Quartalsergebnisse zeigen, die Samsung gegen Ende des Monats präsentieren wird. Der Verkauf des neuen Spitzenmodells Galaxy Note 10 scheint aber gut zu laufen. Bei dem neuartigen Modell Galaxy Fold mit Klappbildschirm gab es zwar technische Anlaufschwierigkeiten. Der Ergebnisbeitrag dieses teuren Geräts dürfte aber ohnehin gering sein. Als größter Hersteller von Bildschirmen für Handys profitiert Samsung auch von der guten Nachfrage nach den neuen iPhone-Modellen von Konkurrent Apple, dessen Spitzenmodelle mit Oled-Bildschirmen von Samsung ausgestattet sind.

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