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Russlands Zahlungsausfall : Politischer Bankrott

Kann seine Gläubiger nicht mehr bedienen: Russlands Staatspräsident Wladimir Putin Bild: AP

Um aus der Isolation herauszukommen, braucht Russland einen Neuanfang ohne Putin und sein Regime.

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          Ob der Zahlungsausfall eine Folge der Überschuldung ist oder technische Ursachen hat, kann dem Gläubiger egal sein. Seine Forderungen werden in beiden Fällen nicht erfüllt, ihm droht ein Verlust. Der Zahlungsausfall Russlands hat eindeutig politische Ursachen. Das Land wäre in der Lage, seine überschaubaren Fremdwährungsanleihen zu bedienen. Wöchentlich nimmt Präsident Wladimir Putin mehrere Milliarden Dollar aus den Energieexporten ein. Die Sanktionen des Westens machen es aber unmöglich, die Gläubiger im Ausland mit den entsprechenden Devisen zu bedienen. Die Strafmaßnahmen der Vereinigten Staaten und der EU sind der Grund für den Zahlungsausfall.

          Ihm ging mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ein politischer Bankrott voraus. Putin hat mit seinem brutalen Angriffskrieg Russland international weitgehend isoliert und sich von China abhängig gemacht. Diese politische Fehlentwicklung ist verbunden mit wirtschaftlichen Risiken, wie die Sanktionen zeigen. Investoren, die offen für Anlagen in den als wachstumsstark geltenden Schwellenländern sind, müssen sich dessen bewusst sein. Der Zahlungsausfall Russlands steht am Ende einer langen Reihe politischer Missstände und stellt deren wirtschaftliche Konsequenz dar. Dem Ausfall muss nun eine Bankrotterklärung folgen: die von Putins Regime. Um die Isolation zu beenden, braucht Russland einen Neuanfang ohne Putin.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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