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Rußlands Börse : Bärenstimmung in Moskau

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Der Rosneft-Börsengang soll die Stimmung wieder ankurbeln Bild: AP

Die 1.500 Punkte sind für den russischen Börsenindex RTS erst einmal Vergangenheit, der Markt korrigiert kräftig. Die Analysten meinen aber übereinstimmend, daß die Lage stabil sei - und hoffen auf den Börsengang des staatlichen Ölriesen Rosneft.

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          Die Aktienkurse an der Moskauer Wertpapierbörse bieten den Anlegern derzeit keinen Anlaß zur Freude. Am Donnerstag war der Börsenindex RTS erstmals unter die Marke von 1.500 Punkten gerutscht und verlor 3,4 Prozent. Auch am Freitag notierte der Index leichter. Am 6. Mai hatte der RTS-Index mit 1.765 Punkten noch einen Rekord verzeichnet. Dann kamen die Mai-Feiertage in Rußland, und danach ging es bergab. Innerhalb von anderthalb Wochen verlor der Index 15,6 Prozent.

          Die Analysten meinen, daß einerseits Gewinnmitnahmen nach dem Rekordhoch für das Nachgeben der Aktienkurse verantwortlich sind. Zum anderen verweisen sie darauf, daß die Bekanntgabe ungünstiger Wirtschaftsdaten in Amerika eine negative Wirkung auf Börsianer gehabt habe. Rußland sei da keine Ausnahme gewesen, meint Olga Weslowa von der Bank Moskwy. Der „Genosse Trend“, der allenthalben auf den Schwellenmärkten die Kursentwicklung nach unten drückte, habe in Rußland nur in besonderer Weise gewirkt. Die wirtschaftliche Lage im Land könne jedenfalls nicht der Anlaß für die negative Kursentwicklung in Moskau gewesen sein, meinen die Analysten übereinstimmend, denn diese Lage sei stabil und von Wachstum geprägt.

          Warten auf den Rosneft-Börsengang

          Es bleibt ein weiterer Trost: Selbst nach dem Einbruch am Donnerstag lag der Moskauer Börsenindex noch immer 368 Punkte über dem Stand am letzten Parkettag des vergangenen Jahres - eine alles in allem imposante Entwicklung an der Moskauer Börse in den vergangenen fünf Monaten. Hinzu kommt, daß nach Auffassung der Mehrheit der Analysten die ausländischen Investoren zwar Gewinne realisiert haben, aber offenbar keineswegs in breiter Front an einen Rückzug vom russischen Aktienmarkt denken. Die Frage sei nun, wann es wieder aufwärts geht.

          Deutliche Korrektur beim RTS-Index

          Optimisten verbinden diesbezügliche Hoffnungen mit dem Börsengang des staatlichen Ölriesen Rosneft. Nach den bisher bekanntgewordenen Plänen soll dabei ein Teil der Rosneft-Aktien im Wert von 8 Milliarden Dollar an den Börsen in London und in Moskau plaziert werden. Auf Moskau würden dabei Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar entfallen. Möglicherweise wird der Börsengang unmittelbar von dem G-8-Gipfel in Sankt Petersburg Mitte Juli stattfinden, also relativ bald. Für Rußland wäre ein gelungener Börsenstart ein internationaler Prestigeerfolg. Die Plazierung von Aktien mit einem Gesamtwert von mehreren Milliarden Dollar in Rußland werde zudem der Moskauer Wertpapierbörse Auftrieb geben und die Kursentwicklung sicherlich deutlich positiv beeinflussen, schrieb die Moskauer Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

          Wenn es bei dem Zeitplan für den Börsengang bleibt, würde demnach Mitte Juli der Zeitpunkt sein, ab dem spätestens wieder mit einer Bullen-Stimmung zu rechnen ist. Bis dahin freilich, so sagen jedenfalls einige Analysten, sei durchaus noch mit gelegentlichem Nachgeben der Kurse in Moskau zu rechnen, weil Interessenten für Rosneft-Werte Teile ihrer Portfolios abstoßen würden, um an das notwendige Kapital für den Erwerb von Rosneft-Aktien zu kommen, denen eine große Zukunft vorhergesagt wird.

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