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Japan : Rücktritt von Abe drückt Nikkei-Index

Japans Premierminister Shinzo Abe Bild: AFP

Japans scheidender Premierminister stand für eine extrem lockere Geldpolitik. Auch deshalb reagieren die Kapitalmärkte auf seine Rückzugsankündigung.

          1 Min.

          Der Rücktritt des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe hat am Freitag den Aktienmarkt in Tokio belastet. Der Leitindex Nikkei225 gab um 1,4 Prozent auf 22.883 Punkte nach. Dagegen legten andere Aktienmärkte in Asien zu. „Der Rücktritt ist negativ für die japanischen Aktien, weil er Fragen aufwirft, welche Politik in der Zukunft verfolgt wird“, sagte Junichi Ishikawa, Stratege beim Finanzdienstleister IG Securities.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Abes Wirtschaftspolitik war gekennzeichnet durch eine sehr lockere Geldpolitik, hohe Staatsausgaben und strukturellen Reformen. In seiner zweiten Amtszeit, die Ende 2012 begonnen hatte, hat sich der Nikkei-225-Index mehr als verdoppelt. „Das Gesamtbild wird erhalten bleiben“, erwartet Jesper Koll, leitender Berater des Vermögensverwalters Wisdom Tree Investments.

          Mit den nach ihm benannten Abenomics gelang es dem Regierungschef Japans mit der längsten Amtszeit, erhebliche Zuwächse zu erzielen. Doch die Corona-Krise hat in Japan, der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt, eine Rezession ausgelöst. Das Bruttoinlandsprodukt brach im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 27,8 Prozent ein, da Exporte und Konsum zurückgingen.

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          Die japanische Währung hat am Freitag zum Dollar um bis zu 1 Prozent auf 105,25 Yen gewonnen. Anleihemarkt und Zentralbankpolitik sollten den Umbruch ohne große Veränderungen überstehen, doch die Währung könnte unter Druck geraten, erwartet Paul Brain, Portfoliomanager von BNY Mellon.

          Der Yen könnte von der politischen Unsicherheit in Mitleidenschaft gezogen werden. Da auch der Dollar aufgrund der weiterhin lockeren Geldpolitik schwach bleibe, sollte der Yen gegenüber der amerikanischen Währung nicht allzu sehr fallen, doch andere Währungen wie zum Beispiel der Euro könnten besser abschneiden.

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