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Rohstoffe : Anleger greifen wieder vermehrt zu

  • -Aktualisiert am

Kupfer-Lager (in Chile) Bild: REUTERS

Investoren legen vor allem in Kupfer, Gold und Öl mehr Kapital an. Im ersten Quartal stieg das weltweit verwaltete Vermögen auf Rekordhöhe.

          2 Min.

          Im vergangenen Jahr hatten sich viele Investoren aus dem Rohstoffmarkt zurückgezogen. Doch nun gehen sie wieder höhere Risiken ein und legen verstärkt Geld in Rohstoffen an. Die wachsende Nachfrage sowie die höheren Preise der Rohstoffe haben das weltweit verwaltete Vermögen in börsennotierten Rohstoffprodukten im ersten Quartal dieses Jahres um 19 Milliarden Dollar auf 189 Milliarden Dollar steigen lassen. Das ist der bisher höchste Wert zum Ende eines Quartals.

          Dies berichtete ETF Securities am Mittwoch. Das Unternehmen ist der größte Anbieter in Europa für ETP und verwaltet 27 Milliarden Dollar. Der Begriff ETP bezeichnet börsennotierte Wertpapiere wie Exchange Traded Funds (ETF), Exchange Traded Commodities (ETC) und Exchange Traded Notes (ETN). Sie bilden die Preisentwicklung von Rohstoffen ab. Da neben Privatanlegern auch viele Großanleger die meisten Rohstoffe nicht physisch kaufen wollen, können sie über ETP an der Preisentwicklung von Rohstoffen teilnehmen. Rohstoffe sind im Vergleich zu Aktien allerdings deutlich risikoreicher, da die Preise zum Teil erheblich schwanken.

          Nicholas Brooks, der bei ETF Securities die Analyseabteilung leitet, sagte: „Verbesserte Konjunkturdaten in den Vereinigten Staaten, eine lockere Geldpolitik der Notenbanken wie der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie eine geordnete Restrukturierung der griechischen Schuldenkrise erhöhten die Nachfrage nach risikoreicheren Anlagen.“

          Von Januar bis Ende März flossen 7,5 Milliarden Dollar in die börsenotierten Rohstoffprodukte. Damit stiegen die Nettomittelzuflüsse so stark wie zuletzt im zweiten Quartal 2010. Im ersten Quartal habe besonders die Nachfrage nach zyklischen Rohstoffen wie Industriemetalle zugelegt, darunter zum Beispiel Kupfer, Zinn und Rohöl.

          Mit Blick auf Rohöl hat nicht nur die höhere Ölnachfrage in aufstrebenden Ländern wie China für steigende Preise und Investoren-Interesse gesorgt. Die Irankrise und damit die Sorge vor Versorgungsproblemen am Ölmarkt trug dazu bei, dass die Ölpreise in den vergangenen Monaten erheblich zulegten. Diesen Monat sanken sie allerdings wieder etwas. Nach Angaben von ETF Securities hätten sich Investoren mit den Rohstoffprodukten auf Öl verstärkt gegen Preissteigerungen absichern wollen.

          Zudem verzeichneten Kupfer-ETP Rekordzuflüsse: Im ersten Quartal waren es 248 Millionen Dollar. Verbesserte Wirtschaftsdaten, eine hohe Nachfrage in China, sinkende Bestände in den Lagerhäusern der London Metal Exchange (LME) und Lieferprobleme in wichtigen Minen hätten den Kupferpreis getrieben und für eine wachsende Anlegernachfrage gesorgt.

          Obwohl das Edelmetall Gold sich zuletzt verbilligt hatte, sei die Nachfrage nach Gold „robust“, heißt es bei ETF Securities. Das Edelmetall sei weiterhin als Krisenwährung gefragt, auch wenn die Investoren eine weitere Lockerung der Geldpolitik sobald nicht erwarten würden. Gold-ETP haben im ersten Quartal einen Zufluss von 3,6 Milliarden Dollar verzeichnet. Hingegen waren in den ersten drei Monaten die Agrarrohstoffe weniger gefragt: „Agrarrohstoffe sind zuletzt in Ungnade gefallen, allerdings verlangsamt sich der Kapitalabfluss“, sagte Nicholas Brooks. So hatte sich das Angebot für viele Agrarrohstoffe verbessert, die Preise gaben nach „und Investoren reduzierten ihre Positionen in diesem Segment“, sagte Brooks.

          Mit Blick auf die kommenden Monaten urteilt Brooks, dass die Nachfrage nach Rohstoff-ETP anhalten sollte. Zum einen sei unwahrscheinlich, dass die Irankrise in naher Zukunft gelöst werde. Außerdem blieben die Faktoren, die die Goldnachfrage langfristigen stützen sollten, bestehen. In Zeiten niedriger Realzinsen würden Anleger Gold-ETP kaufen, um sich gegen Währungsabwertungen und höhere Inflationsraten abzusichern. Allerdings sei entscheidend, wie es mit der Wirtschaftserholung in den Vereinigten Staaten weiter gehe. Weitere Risiken seien zudem die konjunkturelle Lage in China sowie die Entwicklung der Schuldenkrise in Europa.

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