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EU-Austritt : Händler sehen Frankfurt als Brexit-Gewinner

Gefährliches Brexit: Eine Umfrage der Finanzvereinigung ACI verdeutlicht die Risiken für London. Bild: dpa

Sollte sich die britische Bevölkerung für einen EU-Austritt entscheiden, könnte dies schwere Konsequenzen für London als Finanzplatz haben. Doch was würde das für Frankfurt bedeuten?

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          Der Druck auf die Befürworter eines EU-Austritts von Großbritannien steigt. Zum einen verliert das britische Pfund an Wert. So stieg am Donnerstag der Euro auf das Zweijahreshoch von 0,8117 Pfund. Zum anderen verdeutlicht eine Umfrage der Finanzvereinigung ACI unter ihren 12.000 Mitgliedern die Risiken für den Finanzplatz London, sollte sich am 23.Juni die Mehrheit der britischen Bevölkerung für einen Brexit aussprechen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die ACI betrachtet sich als größte internationale Interessenvertretung für den Devisenhandel. In ihrer Umfrage erwarten zwei Drittel, dass ein EU-Austritt die Stellung Londons als wichtigsten Devisenmarkt in der Welt gefährden werde. Von diesen wiederum rechnen 70 Prozent damit, dass Frankfurt am meisten von einem Brexit profitieren würde. Dahinter folgen Paris (49 Prozent), New York (40) und Dublin (28).

          Derzeit hat nach ACI-Angaben der Finanzplatz London einen Marktanteil von 41 Prozent am Devisenhandel in der Welt. Dieser hat ein tägliches Volumen von 5,3 Billionen Dollar. Dahinter folgen New York (19 Prozent), Singapur (5,7), Tokio (5,6) und Hongkong (4,1). Nach aktuellen Umfragen liegen derzeit die EU-Befürworter und -Kritiker gleichauf. Würden nur die ACI-Mitglieder abstimmen, gäbe es keinen Zweifel am Verbleib Großbritanniens in der EU. Von den Devisenhändlern erwarten 80 Prozent, dass sich die Briten in dem Referendum für einen Verbleib in der EU aussprechen werden.

          Selbst eine verhältnismäßig kleine Verlagerung von Arbeitsplätzen aus London nach Frankfurt kann für die Stadt am Main einen deutlichen Zuwachs darstellen. An der Themse arbeiten 700.000 Personen in der Finanzbranche, in Frankfurt rund 70.000. Bei einem Brexit könnten vor allem die in London ansässigen Banken aus den Vereinigten Staaten gezwungen sein, Arbeitsplätze zu verlegen, weil sie dann das EU-Geschäft nicht mehr von London aus bedienen könnten.

          Der Druck auf die Befürworter eines EU-Austritts von Großbritannien steigt, denn das britische Pfund verliert an Wert.

          Dann brauchen sie einen weiteren gesellschaftsrechtlichen Sitz in der EU. Frankfurt mit der EZB hätte dann gute Karten. Der Verband der Auslandsbanken betrachtet Paris, Luxemburg und Dublin als Konkurrenten. Die Bereitschaft, sich öffentlich für die Ansiedlung von Banken auszusprechen, dürfte in Deutschland gering sein, befürchten die Auslandsbanken.

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