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Geplatzte Riester-Reform : Gründlich vermasselt

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Eine Riester-Reform wäre kein Gewinner-Vorhaben für Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD, links) und seinen Staatssekretär Jörg Kukies gewesen. Bild: dpa

Mit der Riester-Rente wollte die Politik die Eigenvorsorge stärken, doch mit der Entwicklung an den Kapitalmärkten nach der Finanzkrise passte das Modell nicht mehr zur Zinssituation. Die notwendige Reform ist schiefgelaufen.

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          Die Fortentwicklung der Riester-Rente hat die deutsche Politik gründlich vermasselt. Das Modell diente einst dazu, die demographisch gebotenen Kürzungen in der gesetzlichen Rente auszugleichen. Die Grundidee war gut, Riester sollte so sicher und verbindlich werden wie die staatliche Versorgung. Doch die Zeiten änderten sich, die Zinsen fielen, Staatsanleihen galten trotz der Euro-Krise als die sichersten Papiere.

          Wegen der Beitragsgarantien machten Anbieter gezwungenermaßen einen Bogen um ertragreichere Wertpapiere. Und die Kosten fielen immer stärker ins Gewicht. All dies ließe sich mit einer zielgerichteten Reform des Modells ändern. Doch vor allem die Sozialdemokraten verweigern in fatalem Gehorsam gegenüber den Gewerkschaften jeder nötigen Anpassung ihre Zustimmung. Es braucht kein neues Modell.

          Der Traum vom schwedischen Staatsfonds verdeckt, dass viele seiner Vorteile damit zu tun haben, dass er als Teil der gesetzlichen Rente und zu guten Zeiten am Kapitalmarkt gestartet ist. Der Staat schafft mit Entscheidungen Pfadabhängigkeiten. Behutsame Reformen wären besser als ein radikaler Neustart. Doch sie sind leider sehr unwahrscheinlich geworden.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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