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Rentenmarkt : US-Konjunkturdaten setzen dem Bund-Future zu

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Ob die neuesten Konjunkturdaten trügen oder nicht: auf langlaufende Papiere zu setzen, ist mit dieser Woche riskanter geworden.

          Die Einschläge werden dichter für den Bund-Future. Gerade hat ihm die Reihe überraschend positiver Konjunkturdaten aus den USA zugesetzt, zuletzt am Freitag der mit 54,7 deutlich über den Erwartungen bei 50,9 liegende ISM (früher NAPM)- Einkaufsmanagerindex.

          Im Tagesverlauf testete der März-Kontrakt punktgenau die wichtige Unterstützung bei 107,18 Prozent, und schloss mit 107,23 Prozent, 54 Ticks niedriger als am Donnerstag. Wobei sich die Marktteilnehmer eher wunderten, dass er diese Marke behaupten konnte. Als besonders kritische Unterstützung gilt die Marke von 106,98 Prozent. Im beschriebenen Bereich liegt der seit 1995 gültige langfristige Aufwärtstrend (vgl. Chart).

          Kursübertreibung nach unten möglich

          Seit Jahresbeginn hat sich zudem die Schwankungsbreite des Bund-Future verringert, was charttechnisch auf einen Ausbruch in die eine oder andere Richtung hindeutet - die nach unten ist derzeit angesichts der neuen Konjunkturhoffnungen wahrscheinlicher.

          Fällt der Aufwärtstrend, könnte der Rentenmarkt leicht mit einer Kursübertreibung nach unten reagieren, ähnlich wie die Rezessionsangst Ende 2001 zu einer Übertreibung nach oben geführt hat.

          Experten gehen von Seitwärtstrend aus

          Aber das ist lange noch nicht ausgemacht: Die Rentenmarktexperten der DZ Bank erwarten für die nächste Zeit eher eine Seitwärtsbewegung bei den Renten-Futures. Spätestens der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed (“Beige Book“) werde die positive Stimmung wieder dämpfen, meinen die Analysten. Auch aus der Euro-Zone erwarten die Analysten keine richtungsweisenden Impulse. Die große Mehrzahl der Volkswirte geht davon aus, dass die EZB am Donnerstag den Leitzins unverändert bei 3,25 Prozent lässt.

          Auch Frankfurter Händlern scheint der Konjunkturoptimismus übertrieben: „Bei den US-Unternehmen gab es bisher ja nur wenig gute Nachrichten. Die Frage ist, aus welcher Branche denn diese Erholung kommen soll?“, fasst einer das gewichtigste Gegenargument zusammen. Aus dem Schneider ist der Bund-Future aber erst, wenn er sich wieder über der Marke von 109 Prozent behaupten kann, meinen die Rentenanalysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

          Eines sollte Investoren daher klar sein: auf längerlaufende Papiere zu setzen, ist mit der abgelaufenen Woche risikoreicher geworden.

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