https://www.faz.net/aktuell/finanzen/rekorde-in-ganz-europa-weizenpreis-wird-weiter-steigen-17640664.html

Technische Analyse : Weizenpreise werden weiter steigen

  • -Aktualisiert am

Weizen nach einem ersten Probe-Drusch an einem reifen Weizenfeld Bild: dpa

Niemals zuvor war das Getreide in Europa teurer als jetzt. Das ist ein Grund zur Sorge, schließlich geht es dabei um wichtige Lebensmittel.

          3 Min.

          Alle Christen dieser Welt zusammen beten an jedem neuen Tag mehrere Hundert Millionen Mal für „unser täglich Brot“. Die alten Römer, Großmeister im Bewahren eines Reiches, wussten sehr genau, dass „divide et impera“ ohne „panem et circenses“ niemals funktionieren würde. Diese Klugheit besaß Ludwig XVI. nicht. Wer weiß, ob die Französische Revolution ihn jemals vom Hofe gefegt hätte, wenn er nach zwei Missernten in Folge die Abgaben auf Getreide nachhaltig gesenkt und damit den damaligen dramatischen Brotpreisanstieg verhindert hätte. Aber auch in unserer Zeit zeigt die Tortilla-Krise in Mexiko in den Jahren 2007 und 2008, dass zu weit steigende Getreidepreise das Zeug haben, den Lauf der Geschichte zu ändern.

          Auch deshalb erlebe ich den gerade stattfindenden, deutlichen Anstieg der Weizenpreise schon mit ein wenig Sorge: Es geht schließlich nicht um seltene Erden, Halbleiter oder Magnesium, sondern um ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel. Niemals zuvor musste an der europäischen Leitbörse für landwirtschaftliche Produkte, der MATIF in Frankreich, für eine Tonne Weizen so viel bezahlt werden wie in der zweiten Novemberwoche 2021. Erstmals überhaupt notierte der Preis für den dort gehandelten Standardkontrakt über 300 Euro, exakt bei 300,50 Euro. Er übertraf damit die Hochs aus den Jahren 2008, 2010 und 2012, als sie zwischen 280 und 290 Euro lagen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+