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Comeback der Reiseaktien : Anleger wetten auf die große Urlaubswelle

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Nach dem Lockdown wollen alle erstmal in den Urlaub. Das erwartet zumindest die Börse. Welche Aktien jetzt profitieren.

          2 Min.

          Die Aussicht auf baldige Lockerungen von Lockdowns und Reisebeschränkungen verleiht auch an der Börse einer Branche Aufschwung, die unter Corona besonders gelitten hat: Aktien aus der Reisebranche und damit direkt verbundenen Bereichen haben am Dienstag in einem schwächelnden Gesamtmarkt weiter angezogen. Seit einem Jahr zählen sie wegen der Lockdowns in vielen Ländern und Reisebeschränkungen zu den besonders gebeutelten Papieren in der Corona-Krise. Eine Erholungsrally, die zu Wochenbeginn richtig in die Gänge gekommen war, ging nun den zweiten Handelstag in Folge weiter.

          Die Papiere des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport kletterten an der MDax-Spitze um 6,35 Prozent und in der Spitze auf ein Hoch seit der ersten Dezemberhälfte. Anteilsscheine der Lufthansa zogen um 3,7 Prozent an und schafften es nahe der 12-Euro-Marke auf das höchste Niveau seit Juni. Der Stärke bei Luftfahrtaktien schlossen sich auch die Aktien des Reiseveranstalters Tui an, die ihre Hauptnotiz mittlerweile in London haben. Sie rückten dort um 5,7 Prozent vor.

          Auch Flugzeugbauer gefragt

          Der wieder aufgeflammte Optimismus der Anleger erstreckte sich auch auf die Flugzeugindustrie. Die Airbus-Aktien erreichten am Dienstag mit einem Anstieg um 3,7 Prozent sogar eine Bestmarke seit Anfang März 2020. Die Papiere des Triebwerkherstellers MTU  folgten mit plus 2,1 Prozent auf einem Spitzenrang im schwachen Dax . Den Aktien nahm möglicherweise etwas Schwung, dass die Berenberg Bank sie auf „Hold“ abgestuft hatte.

          Analyst David Perry von JP Morgan schrieb am Dienstag von einer gestiegenen Zuversicht, dass sich die Luftfahrtbranche schneller von der Corona-Krise erholen könnte als bislang gedacht. Kommentare des britischen Premiers deuteten auf eine ein bis zwei Monate frühere Lockerung hin als bisher erwartet. Hinzu kämen die jüngsten positiven Neuigkeiten zum Thema Impfstoff, schrieb der Experte.

          Briten wollen Lockdown lockern

          Die Infektionszahlen in Großbritannien sind in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Am Montag hatte Premierminister Boris Johnson daraufhin einen Fahrplan zur Aufhebung des Lockdowns aufgezeigt. Bis zum 21. Juni will die Regierung in England schrittweise alle Pandemie-Beschränkungen aufheben. Voraussetzung sei aber, dass die Infektionszahlen unter Kontrolle bleiben, keine Virusvarianten die Lage verändern und die Impfkampagne weitergeht. Ihr Ziel, bis Mitte Februar 15 Millionen Einwohner zu impfen, haben die Briten erreicht.

          Auch zur Wirksamkeit eines Impfstoffs gab es zuletzt positive Neuigkeiten. Britischen Behörden zufolge deuten ausgewertete Daten darauf hin, dass der Impfstoff von Biontech und Pfizer nicht nur Erkrankungen, sondern auch die Ansteckung verhindert. Außerdem zeichnet es sich ab, dass die Impfungen gegen die britische Mutation ähnlich wirksam sind wie gegen den bislang vorherrschenden Virustyp.

          Hoffnung für die Sommersaison

          Laut Marktbeobachter Neil Wilson von Markets.com macht all dies Hoffnung für die so wichtige Sommersaison im Reisesektor. „Internationale Reisen werden weiterhin problematisch sein und Einschränkungen, Isolation und Tests unterliegen, aber die Buchungen sind in die Höhe geschossen“, so der Experte. Britische Fluggesellschaften profitierten davon noch etwas stärker als deutsche. Für IAG ging es am Dienstag um 5,3 Prozent nach oben, für Easyjet sogar um 8,6 Prozent.

          Allerdings steht der Optimismus nach Ansicht von Experten auf einer wackligen Grundlage. Laut Analyst William Fitzalan Howard ist in den Kursen vieler Airline-Aktien bereits eine starke Belebung der Nachfrage eingepreist. Die Aktien der Lufthansa sind von ihrem Herbsttief unter 7 Euro mittlerweile schon um 70 Prozent gestiegen. „Trotzdem bleibt die Erholung des Flugverkehrs im Jahr 2021 höchst ungewiss“, mahnte der Experte zur Vorsicht.

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