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Recycling-Material aus Handys : Olympischen Spielen Tokio 2020 droht ein Silbermangel

Die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio bestimmen nicht nur die Agenda der japanischen Wirtschaft. Bild: dpa

Es ist ein Vorzeigeprojekt: Japan will versuchen, die Edelmetalle für die Olympia-Medaillen im Jahr 2020 aus gebrauchten Handys und elektrischen Kleingeräten zu gewinnen. Noch haben die Japaner nicht genug Altgeräte entsorgt.

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          Olympische Spiele waren früher reine Sportfeste zur Förderung der Leibesertüchtigung und der Völkerverständigung. Heute dienen sie vielen Zwecken und sollen unter anderem dazu herhalten, der Bevölkerung Umweltbewusstsein anzuerziehen. Ein Beispiel dafür sind die Olympischen Spiele in Tokio 2020, die Japan derzeit vorbereitet.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Als Symbol für die Nachhaltigkeit der Spiele versucht das Organisationskomitee, die Edelmetalle für die Medaillen aus gebrauchten Handys zu gewinnen. Das ist ein Novum für die Spiele. Schon bei früheren Spielen wurde zwar recyceltes Metall verwendet, doch die Japaner setzen darauf, dass das Edelmetall aus elektronischen Kleingeräten gewonnen wird. Mehr als 1400 Sammelboxen sind in Tokio und dem Rest Japans schon aufgestellt, um gebrauchte elektronische Geräte wie Kleincomputer einzusammeln. Geschätzte 3,2 Millionen gebrauchte Handys wurden alleine in den Sammelstellen des Telefonanbieters NTT Docomo abgegeben.

          Gut ein Jahr nach Beginn der Sammelaktion gibt es nun aber die Sorge, dass Silber knapp werden könnte. Die Zeitung Yomiuri Shimbun zitiert einen Vertreter des Organisationskomitees mit den Worten, dass ein signifikanter Mangel an Silber drohe. Rund 5000 Medaillen werden bei den Olympischen Spielen vergeben. Dazu braucht es rund 10 Kilogramm Gold, 736 Kilogramm Bronze und 1230 Kilogramm Silber. Der hohe Bedarf an Silber erklärt sich dadurch, dass die Goldmedaillen weitgehend aus Silber bestehen und nur mit Goldauflage veredelt werden. Dem Bericht zufolge haben die Verantwortlichen in Tokio bislang etwa die Hälfte der benötigten Bronze eingesammelt.

          Ein weiteres Jahr lang soll die Sammelaktion dauern. Um den Ertrag zu steigern, wurden nun weitere 3000 Sammelboxen unter anderem auch in Postbüros aufgestellt. „Wir streben eine Gesellschaft an, in der die getrennte Sammlung von Elektrogeräten natürlich ist“, zitiert die Zeitung das Organisationskomitee. Damit auch die Olympischen Spiele dieses Ziel unterstützen, sollten möglichst viele Menschen kooperieren, heißt es.

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