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Royal Bank of Scotland : Milliardenstrafe für Rolle in der Finanzkrise

  • Aktualisiert am

Filiale der Royal Bank of Scotland (RBS) in London Bild: AFP

Zehn Jahre nach der Finanzkrise zieht die amerikanische Justiz die Großbank Royal Bank of Scotland zur Verantwortung. Wegen des Verkaufs toxischer Wertpapiere muss die Bank eine Milliardenstrafe zahlen.

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          Die Royal Bank of Scotland (RBS) muss nach Angaben des amerikanischen Justizministeriums knapp fünf Milliarden Dollar für Fehlverhalten im Vorfeld der Finanzkrise zahlen. Das Ministerium und die Bank einigten sich den Angaben vom Dienstag zufolge endgültig auf Vergleichszahlungen von 4,9 Milliarden Dollar. Damit soll der Streit um Hypothekengeschäfte beigelegt werde.

          Bereits im Mai hatte die RBS mitgeteilt, sich im Grundsatz auf den Vergleich verständigt zu haben. Doch die anhaltende Unsicherheit rund um die zu erwartende Strafe bremste das Institut aus. Nun kündigte es an, seinen Eignern erstmals seit seiner milliardenschweren Rettung durch den Staat 2008 eine Dividende auszuzahlen.

          Bank weist Anschuldigungen zurück

          Die amerikanische Regierung hat dem britischen Geldhaus vorgeworfen, Kunden in die Irre geführt zu haben. Dem Ministerium zufolge hat die Bank die Anschuldigungen zurückgewiesen und auch kein Fehlverhalten eingeräumt. Doch RBS-Chef Ross McEwan erklärte, derart inakzeptables Verhalten, wie es die Behörden beschreiben, könne es heute in seiner Bank nicht mehr geben.

          Wie viele Konkurrenten damals auch verkaufte die RBS toxische Wertpapiere, die bei Investoren zu hohen Verlusten führten und mit die Finanzkrise auslösten. Das amerikanische Justizministerium hat bereits zahlreiche Vergleiche mit anderen Großbanken erzielt. Die Deutsche Bank etwa einigte sich Anfang 2017 in einem ähnlichen Fall mit den Behörden auf eine Zahlung von insgesamt 7,2 Milliarden Dollar. Die Bank of America schloss im August 2014 einen Rekordvergleich über fast 17 Milliarden Dollar wegen fauler Deals vor der Finanzkrise.

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