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Deutsche Bank : Ratingagentur senkt Ausblick auf „negativ“

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Die Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt Bild: AFP

Die Deutsche Bank hat den ersten Teil des Stresstests in Amerika ohne Probleme bestanden. Kurz darauf bekommt die Bank aber schlechte Nachrichten: Die Ratingagentur Fitch warnt vor substantiellen Risiken.

          Die Ratingagentur Fitch hat ihren Ausblick für die Deutsche Bank von “stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Dies spiegle das substantielle Risiko für das Geldhaus bei der Umsetzung seiner Restrukturierung wider, erklärte Fitch am Donnerstag. Fitch gehe davon aus, dass ein Versagen bei der Stärkung des Geschäftsmodells zu einer Herabstufung führen würde. Das Rating von „BBB+“ wurde nicht angetastet. Eine Deutsche-Bank-Sprecherin lehnte am späten Abend eine Stellungnahme ab.

          Vor etwa drei Wochen hatte Standard & Poor’s ihre Bonitätsnote des größten deutschen Geldhauses gesenkt: Die Bewertung der Kreditwürdigkeit wurde um eine Stufe auf „BBB+“ von „A-“ gekappt. Moody’s hatte Ende April den Ausblick für das langfristige Einlagenrating von “stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Bei einer Herabstufung drohen dem Geldhaus höhere Finanzierungskosten. Für Banken spielen diese eine wichtige Rolle: Je günstiger sie sich refinanzieren können, desto höher sind die Margen bei den ausgereichten Krediten.

          Stresstest bestanden

          Vor der Fitch-Mitteilung hatte die Deutsche Bank den ersten Teil des amerikanischen Stresstests für große Geldinstitute bestanden. Wie die amerikanische Notenbank am Donnerstag mitteilte, erfüllte die Amerika-Tochtergesellschaft DB USA die Vorgaben deutlich. Das größte deutsche Geldhaus erklärte, dass selbst in einem sehr negativen Szenario die harte Kernkapitalquote nicht unter 12,2 Prozent fallen und damit den Mindestwert von 4,5 Prozent deutlich übertreffen würde. Auch für alle anderen Kapitalquoten seien die Mindestwerte übertroffen worden. Den zweiten Teil der Belastungsprobe will die Fed am Donnerstag kommender Woche veröffentlichen. Er gilt als die größere Hürde.

          Bei dem Test wurde simuliert, wie sich ein extremer Wirtschaftsabschwung mit einer Arbeitslosenquote von zehn Prozent auf die Kapitalpolster der Banken auswirken würde. Solche Simulationen werden seit der Finanzkrise 2008/09 regelmäßig von den Aufsehern in vielen Ländern durchgespielt – in Deutschland und Europa von der Europäischen Zentralbank.

          Die Deutsche Bank gehört zur Gruppe von Instituten, die von den Aufsehern wegen ihrer Größe, ihrer Vernetzung innerhalb des Finanzsystems und wegen ihrer Geschäfte besonders kritisch unter die Lupe genommen werden. Vor einigen Jahren bezeichnete der Internationale Währungsfonds das Frankfurter Geldhaus sinngemäß als riskanteste Bank der Welt. Vor allem ihr Derivatebestand im sogenannten Handelsbuch gilt vielen Experten als sehr riskant.

          Der seit April amtierende Vorstandschef Christian Sewing hat dem Institut eine umfassende Rosskur verordnet. Er will er sich künftig stärker auf Geschäfte in Deutschland und Europa konzentrieren und hat insbesondere in den Vereinigten Staaten und am Standort London zahlreiche Stellen im zuletzt schwächelnden Investmentbanking gestrichen.

          Die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse bestanden den amerikanischen Stresstest ebenfalls deutlich. Aus Fed-Kreisen verlautete, man sei allgemein mit dem Abschneiden der ausländischen Banken zufrieden. Diese hatten für die Vorbereitung weniger Zeit als ihre amerikanischen Konkurrenten.

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