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Ratingagentur Fitch : Bonitätsnote der Deutschen Bank gesenkt

  • Aktualisiert am

Sturmwolken hängen über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Bild: Bäuml, Lucas

Nur noch zwei Stufen über Ramsch-Niveau: Fitch ist skeptisch, ob die angekündigte Restrukturierung des Geldhauses umzusetzen sei. Auch Moody’s droht mit einer Herabstufung des Ratings. Der Deutschen Bank drohen weitere Finanzierungskosten.

          Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsnote der Deutschen Bank gesenkt. Das langfristige Emittentenrating (IDR) sei mit „BBB“ nun eine Stufe schlechter als zuvor, teilte Fitch am Freitag mit. Darin zeigten sich die anhaltenden Schwierigkeiten sowie ungenügenden Fortschritte bei der Profitabilität und der Stabilisierung des Geschäftsmodells. Nach der Herabstufung liegt die Bonitätsnote von Deutschlands größtem Geldhaus nur noch zwei Stufen über dem Ramschniveau.

          Um die Bank wieder profitabler zu machen, hatte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing Ende Mai auf der Hauptversammlung harte Einschnitte angekündigt. Die Investmentbank müsse mehr auf ihre Stärken ausgerichtet werden, erklärte der 49-Jährige und deutete Einschnitte im Aktienhandel und im Handel mit Staatsanleihen an.

          Fitch ist jedoch skeptisch. Zwar könne eine rasche und effektive Umsetzung der Umbaupläne der Bank ermöglichen, ihr Geschäftsmodell zu stabilisieren und akzeptable Renditen zu erzielen. Das könnte im Laufe der Zeit auch zu einer besseren Bonitätsnote führen. „Jedoch glauben wir, dass es schwierig wäre, eine weitere Restrukturierung umzusetzen“, erklärten die Fitch-Analysten. Sollte die Bank keine akzeptableren Renditen erwirtschaften, könnte dies zu einer weiteren Herabstufung führen, warnte Fitch. Den Rating-Ausblick hielt sich Fitch mit dem Ausdruck „evolving“ (sich entwickelnd) offen.

          Deutsche Bank erkennt die Herausforderungen an

          Mit der Herabstufung durch Fitch drohen der Deutschen Bank weiter steigende Finanzierungskosten. Für Banken spielen diese eine wichtige Rolle: Je günstiger sie sich refinanzieren können, desto höher sind die Margen bei den ausgereichten Krediten. Schon vor der Fitch-Entscheidung waren die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) deutlich höher als bei vielen Konkurrenten.

          Ungemach droht der Deutschen Bank auch von Moody's. Der Fitch-Konkurrent hat das Rating mit einem negativen Ausblick versehen, droht also mit einer Herabstufung. Mit „A3“ ist die Bonitätsnote zwei Stufen höher als die neue Einschätzung von Fitch. Standard & Poor's (S&P) bewertet die Deutsche Bank mit „BBB+“ – eine Stufe besser als Fitch – und hat den Rating-Ausblick erst vor kurzem mit stabil bestätigt.

          Die Deutsche Bank erklärte in Reaktion auf die Herabstufung, sie erkenne die Herausforderungen an, die Fitch benannt hat. „Das sind auch jene Bereiche, auf denen unser Schwerpunkt liegt. Der Vorstand hat das Ziel, in den Kerngeschäftsfeldern zu wachsen und die Profitabilität zu steigern.“

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