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Quartalsgewinn : Aktienhausse beflügelt die Schweizer Notenbank

Durch die Hausse an den Kapitalmärkten konnte die Schweizerische Nationalbank einen ordentlichen Quartalsgewinn verzeichnen. Dennoch schwankt der Aktienkurs immer wieder sehr stark.

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          Die Schweizerische Nationalbank (SNB) gehört zu der Handvoll Notenbanken, deren Aktien an der Börse notiert sind. An diesem Freitag lädt die SNB zur Aktionärsversammlung nach Bern. Doch dort sind die Mitbestimmungs- und Vermögensrechte der privaten Aktionäre, die knapp die Hälfe der Aktien und 24 Prozent der Stimmrechte halten, stark eingeschränkt. Die Dividende, die sie bekommen können, ist auf 15 Franken gedeckelt.Und dennoch heizen die Gewinne, welche die Schweizer Notenbank als Ausfluss ihrer Geld- und Währungspolitik regelmäßig ausweist, immer wieder Spekulationen an. Dies spiegelt sich in dem stark schwankenden Aktienkurs der SNB, der wegen der geringen Zahl frei handelbarer Anteilsscheine schon bei kleineren Verkaufs- oder Kaufaufträgen tüchtig nach unten oder oben ausschlägt.

          Die Schweizerische Nationalbank gehört zu den wenigen Notenbanken, deren Aktien an der Börse notiert sind.
          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Das Zwischenergebnis, das die Nationalbank am Donnerstag präsentiert hat, gibt den Spekulanten neues Futter. Im ersten Quartal 2019 steht ein Gewinn von 30,7 Milliarden Franken zu Buche gegenüber einem Verlust von 6,8 Milliarden Franken in der Vorjahreszeit. Ausschlaggebend hierfür war die Hausse an den Kapitalmärkten.

          Um den Schweizer Franken zu schwächen, hat die SNB über Jahre dreistellige Milliardenbeträge in Fremdwährungen investiert und ein gewaltiges Aktien- und Anleiheportfolio aufgebaut. Dessen Marktwert ist zum Stichtag Ende März deutlich gestiegen. Allein die Buchgewinne im Aktienbestand summierten sich auf mehr als 17 Milliarden Franken. Die Kursgewinne auf Zinspapiere beziffert die SNB auf knapp sieben Milliarden Franken, die wechselkursbedingten Gewinne auf 1,9 Milliarden Franken. Da in der Berichtszeit auch der Goldpreis gestiegen ist, bescherte der Goldbestand einen Bewertungsgewinn von fast einer Milliarde Franken.

          Die Negativzinsen, die die SNB zum Leidwesen der Schweizer Banken und Pensionskassen seit mehr als vier Jahren erhebt, trugen 513 Millionen Franken zum Ergebnis bei. Im Gesamtjahr dürften sich die Einnahmen aus den Strafzinsen auf mehr als zwei Milliarden Franken summieren. Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass die Notenbank den Leitzins erhöhen könnte. Dazu wird es wohl erst kommen, nachdem die Europäische Zentralbank den ersten Schritt gemacht hat. SNB-Präsident Thomas Jordan hat in der Vergangenheit darauf hingewiesen, wie wichtig es ihm ist, dass sich die Zinsdifferenz zwischen Anlagen in Euro und in Franken nicht vermindert. Nur so kann aus seiner Sicht verhindert werden, dass Investoren ihr Heil verstärkt in der Schweiz suchen und damit eine Aufwertung des Frankens bewirken.

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