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Übernahmespekulation : Qiagen-Aktienkurs steigt auf historisches Hoch

  • Aktualisiert am

Produkte in einer Halle von Qiagen im Januar 2014 Bild: dpa

Erst im Oktober war der Kurs des Biotech-Unternehmens aus dem rheinischen Hilden tief eingebrochen. Doch plötzlich reißen sich die Anleger um die Aktie. Was ist da los?

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          Die Übernahmespekulationen um das Unternehmen Qiagen bekommen weitere Nahrung und schieben die Aktien des Gendiagnostik- und Biotechkonzerns am Montag erneut kräftig an. Auf der Handelsplattform Tradegate verteuerten sie sich im Vergleich zum Xetra-Schluss am Freitag um mehr als zehn Prozent auf 37,64 Euro.

          Die Aktie ist damit so teuer wie zuletzt vor knapp 19 Jahren. Das Unternehmen hat gleich mehrere Interessensbekundungen von Investoren erhalten, wie Qiagen am Freitag in Venlo mitgeteilt hatte. Diese seien unverbindlich und stünden unter Bedingungen. Dem Unternehmen zufolge gehe es dabei um den Erwerb sämtlicher Aktien.

          Zur Mitte vergangener Woche hatten bereits Meldungen die Runde gemacht, wonach der amerikanische Technologiekonzern Thermo Fisher Qiagen wegen einer möglichen Übernahme angesprochen habe. Die Qiagen-Papiere haben seitdem um fast 16 Prozent zugelegt und notieren so hoch wie zuletzt Anfang August.

          Analyst Scott Bardo von der Berenberg Bank errechnet in seiner aktuellen Studie einen möglichen Übernahmepreis in Höhe von 47 bis 50 US-Dollar je Papier des Diagnostikspezialisten. Die Commerzbank stufte nun die Titel von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch.

          Dabei war der Aktienkurs von Qiagen erst im Oktober tief eingebrochen, weil der langjährige Chef Peer Schatz überraschend zurücktrat. Dem Abgang war die Warnung vorausgegangen, dass Qiagen seine Quartalsprognose verfehlen werde. Die schlechten Nachrichten lösten damals den größten Kursrutsch der Qiagen-Aktie seit 17 Jahren aus.

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          Jetzt sieht es so aus, ob Investoren den Kursrückgang als Gelegenheit zu einem billigen Einstieg ausnutzen könnten. Bleibt es bei den durch die Übernahmespekulationen ausgelösten Gewinnen, wäre der Einbruch vom Oktober mehr als wettgemacht.

          Qiagen ist eines der wenigen deutschen Biotechunternehmen mit einigem Marktgewicht. Es hängt weniger am Erfolg- oder Misserfolg einzelner Patente und Entwicklungen, sondern verfügt mit dem Diagnostikgeschäft, das die gesamte Branche beliefert, über einen Zweig mit stabilen Einnahmen. Das hat die Anleger jedoch nicht vor Kursturbulenzen geschützt, wie der Einbruch im Oktober zeigte. Biotech-Aktien sind relativ resistent gegenüber Konjunktureinbrüchen, doch reagieren sie sensibel auf Misserfolge bei der Entwicklung neuer Therapien.

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