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Facebooks Geld-Idee : Prügelknabe Libra

Die vorauseilende Furcht vor dem noch lange nicht eingeführten Zahlungsmittel Libra ist schier überwältigend. Was soll das eigentlich?

          Die vorauseilende Furcht vor dem noch lange nicht eingeführten Zahlungsmittel Libra ist schier überwältigend. „Der Euro ist und bleibt das einzige gesetzliche Zahlungsmittel im Euroraum“, versichert der deutsche Finanzminister Scholz. Facebook muss „uns mit sehr hohen Standards überzeugen“, bekräftigt sein amerikanischer Kollege Mnuchin.

          Was soll das? Glaubte irgend jemand, dass die Aufseher dieses Projekt ungeprüft durchwinken würden?

          Die Manager des größten sozialen Netzwerkes der Welt sind sich der Dimension ihres Vorhabens bewusst, deswegen haben sie zunächst ein Diskussionspapier publiziert und suchen aktiv den Diskurs.

          Natürlich ist es derzeit politisch einträglich, Facebook zu ermahnen; das Unternehmen hat es seinen Kritikern durch das Verhalten in den vergangenen Jahren leicht gemacht. Bislang ist indes gar nicht klar, was Libra einmal sein wird – Rentenfonds, digitale Geldbörse, Wertaufbewahrungsmittel oder eine Mischung aus alldem.

          Regierungen und Notenbanken wiederum sind übrigens ohnehin nicht ohnmächtig: Wenn sie solide haushalten und für wertstabile Währungen sorgen, werden Euro und Dollar noch sehr lange sehr gefragt bleiben.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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