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Prokon : Windeier

Prokon-Chef Rodbertus war ein begnadeter Verkäufer und Blender. Seine Anleger sollten nicht auf die Regierung hoffen, sondern lieber an die eigene Nase fassen: Mehr Rendite heißt auch mehr Risiko.

          Eines muss man Carsten Rodbertus lassen: Er war ein begnadeter Verkäufer. Der Gründer und langjährige Chef des Windkraftunternehmens Prokon hat sage und schreibe 1,4 Milliarden Euro von Privatanlegern eingesammelt. Manche von ihnen feierten den ökobewegten Mann, der am liebsten barfuß durch die Gänge strich, wie einen Guru.

          Doch inzwischen mussten die Anleger erkennen, dass sie einem Blender aufgesessen sind. Rodbertus hat Prokon krachend vor die Wand gefahren. Bisher gibt es zwar keine Anzeichen dafür, dass er sich selbst bereichert hat. Aber Rodbertus hat das viele Geld seiner Investoren mit vollen Händen ausgegeben.

          Immerhin hat der Insolvenzverwalter aber so viel verwertbares Vermögen gefunden, dass die Anleger am Ende wohl „nur“ 40 bis 70 Prozent ihres Einsatzes verlieren. Die Bundesregierung will Investoren nun besser vor Windeiern auf dem grauen Kapitalmarkt schützen.

          Dabei sollten sich die Anleger lieber an die eigene Nase fassen. Wo, wie bei Prokon, 8 Prozent Rendite winken, herrscht ein höheres Risiko. Und um einen Unternehmer, der ohne testierte Bilanz im Rücken das Blaue vom Himmel erzählt, sollte man einen Bogen machen.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

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