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Windige Geldanlage : Prokon will nach Insolvenz Dividende ausschütten

  • Aktualisiert am

Nach der Prokon-Pleite erhalten Anleger eine Dividende Bild: dpa

Die Nachfolgegesellschaft der pleite gegangenen Windparkfirma Prokon wird erstmals Dividenden zahlen. Kann das Unternehmen sich das leisten?

          Die Nachfolgegesellschaft des 2014 pleite gegangenen Windpark-Herstellers Prokon will erstmals eine Dividende ausschütten. Die Prokon-Genossenschaft hat 39.000 Mitglieder, deren Genossenschaftsanteile in 50 Euro gestückelt sind. Pro 50 Euro Anteil sollen 2,30 Euro ausgeschüttet werden.

          Das sei im Marktvergleich „sehr gut“, sagte Co-Vorstand Henning von Stechow am Freitag am Firmensitz Itzehoe der Deutschen Presse-Agentur. Für Schuldverschreibungen des Unternehmens würden 3,5 Prozent gezahlt. Über die Dividende hatten zuvor die Kieler Nachrichten berichtet.

          Ganz überraschend kommt die Ausschüttung nicht, denn Vorstand von Stechow hatte sich bereits Anfang der Woche positiv geäußert. „Prokon ist ein gesundes Unternehmen und kann es sich auch leisten, eine Dividende zu zahlen“, sagte er der F.A.Z. vor der Generalversammlung, die am Dienstag stattfand.

          Die Gewinnausschüttungen von Prokon sind allerdings umstritten. Kritiker weisen darauf hin, dass die Genossenschaft erst im vergangenen Jahr ihr Geschäftsguthaben um etwa 77 Millionen Euro auf 161 Millionen Euro reduziert hatte. Dadurch wurden Verlustvorträge ausgeglichen, die das Unternehmen bis dahin mit sich herumschleppte.

          Die Prokon-Genossenschaft war im Juli 2015 als Teil des Insolvenzplans für die pleite gegangene Vorgängerin ins Leben gerufen worden und ist die größte deutsche Energiegenossenschaft. Prokon-Gründer Carsten Rodbertus hatte vor der Pleite 1,4 Milliarden Euro Anlegergeld eingesammelt. Es handelte sich um eine der spektakulärsten Pleiten für Privatanleger. Zum Vergleich: Dem 2018 insolvent gegangene Container-Vermieter P&R hatten 54.000 Anleger 3,6 Milliarden Euro anvertraut.

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