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Prognosen der Sparkassen : Bis zu 3 Prozent Inflation im nächsten Jahr

Die Sparkassen rechen mit einer eher kurzen Krise: Zentrale der Deka-Bank in Frankfurt (links). Bild: dpa

Die Prognosen der Sparkassen zur Teuerungsrate gehen weit auseinander. Nur bei der Erwartung, dass sich die Inflation in Deutschland erhöhen wird, sind sie sich einig. Im Euroraum herrsche im Moment eine „unklare Situation“.

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          Deutschlands Sparkassen erwarten im kommenden Jahr wieder eine höhere Inflation. Die Prognosen, wie weit die Teuerung steigen könnte, gehen jedoch weit auseinander. Insbesondere wenn zum Jahreswechsel die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland auslaufe, dürften die Preise wieder stärker steigen, meint etwa Gertrud Traud, die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die in der Vergangenheit bei Prognosen oftmals ein glückliches Händchen hatte. Sie rechnet mit einer Inflationsrate von bis zu 3 Prozent für Deutschland im kommenden Jahr. Das wäre deutlich mehr als die „unter, aber nahe 2 Prozent“, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) auf mittlere Sicht für den Euroraum angestrebt wird. Im Durchschnitt rechnen die Sparkassen-Chefvolkswirte für das kommende Jahr mit einer Inflationsrate von 1,6 Prozent, nach 0,6 Prozent in diesem Jahr.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Uwe Dürkop, der Chefvolkswirt der Berliner Sparkasse, berichtet, in Europa herrsche im Moment noch ein „unklares Bild“ von der Inflationsentwicklung – in Amerika dagegen überwiege mittlerweile der „Eindruck einer Preiserholung“. Im Augenblick gebe es hierzulande noch krisenbedingte Schwierigkeiten in der Messung von Inflation und Preisen. Dürkop nennt das „Imputationen“: Zum Teil würden etwa Preise für Pauschalreisen, die kaum stattfänden, einfach aus der Vergangenheit fortgeschrieben. Das führe zu einem „Konservieren“ von Preisen. In den Vereinigten Staaten hingegen stiegen die Preise schon wieder deutlicher. Ein erheblicher Teil der anziehenden Inflation gehe dort auf steigende Gebrauchtwagenpreise zurück, während die Preise fürs Wohnen die Inflation dämpften. Die Immobilienpreise litten dort unter steigenden Zinsen.

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