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Benzin und Diesel : Deutschlands Raffinerien brummen wieder

Raffinerie in Leuna Bild: dpa

Die Produktion von Benzin und Diesel in deutschen Raffinerien war infolge der Corona-Krise eingebrochen. Jetzt erholt sie sich – und dann ist da noch die Sache mit dem Heizöl.

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          Die Produktion von Benzin und Diesel in deutschen Raffinerien hat sich von den Tiefständen infolge der Corona-Krise weitgehend erholt. Das ist beim deutschen Mineralölwirtschaftsverband in Berlin zu erfahren.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Demnach lag die Produktion von Diesel im Juni bereits wieder 5,5 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Im Mai war noch ein Rückgang um 3,3 Prozent zu verzeichnen gewesen, im April ein Rückgang um fast 25 Prozent.

          Ähnlich, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt, war die Entwicklung beim Benzin: Hier war für Juni noch ein Minus gegenüber dem Vorjahreswert von 3,7 Prozent festzustellen. In den Monaten vorher war allerdings auch hier der Rückgang gegenüber dem Vorjahr erheblich stärker gewesen, nämlich 8,3 Prozent im Mai und 22,4 Prozent im April.

          Heizöl funktioniert

          Bei Flugkraftstoff dagegen liege der Bedarf weiterhin deutlich unter den Vorjahren, so der Verband. Das Minus in der Produktion im Juni lag hier bei 67,7 Prozent, nach 72,9 Prozent im Mai und 66,8 Prozent im April. Eine Sonderkonjunktur habe es hingegen für das durch die Krise günstige Heizöl ergeben – und zwar mitten im Sommer. Hier lag die Produktion im Juni 13,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, nach 91,4 Prozent im Mai und 47,2 Prozent im April.

          Weil die Nachfrage nach Kraftstoffen in der Krise so gering war, haben viele Raffinieren offenbar vorübergehend auf die Produktion von Heizöl umgestellt. Dafür gab es wegen der günstigen Preise offenbar noch Nachfrage.

          Christian Küchen, der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, meinte: „In der schweren und noch andauernden Wirtschaftskrise haben unsere Raffinerien ihre Flexibilität unter Beweis gestellt.“

          Die Corona-Beschränkungen hätten auch die Raffinerien getroffen, denn Dienstreisen, Berufspendelverkehr und zahlreiche Gütertransporte seien vorübergehend entfallen. „Seit Mai erleben wir allerdings einen Nachholeffekt“, sagt Küchen. „Infolgedessen lag die Dieselproduktion im Juni gegenüber dem Vorjahr sogar im Plus.“

          Rückgänge im Geschäfts- und Berufsverkehr würden teilweise durch mehr Privatfahrten ausgeglichen. Dazu zählte auch Urlaubsreisen mit dem Auto, meinte Küchen: „In der verstärkten Nutzung des Pkw spiegelt sich somit der Wunsch vieler Bürger nach Schutz vor Infektionsgefahren wider.“    

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