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Commerzbank auf Strategiesuche : „Magic“ Mandel verlässt die Commerzbank

Keine Magie mehr für die Commerzbank: Michael „Magic“ Mandel, Vorstand des Privatkundengeschäft verlässt das Institut. Bild: Frank Röth

Der lange Zeit gefeierte Privatkundenvorstand der Commerzbank verlässt die Bank. Wie stellt der neue Aufsichtsratsvorsitzende die Bank nun auf?

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          Der über Jahre gefeierte Privatkundenvorstand Michael Mandel verlässt das Institut zum Ende des Monats. Er hatte sich lange für eine klare Filialstrategie eingesetzt und damit auch einige Zeit lang Erfolg gehabt. Oft wurde er als potentieller Kandidat für den Vorstandsposten der Bank gehandelt. Derzeit wird ein Nachfolger für Martin Zielke gesucht, der den Vorstandsvorsitz spätestens zum Ende des Jahre abgeben will. Statt Mandel sind von vornherein aber vor allem der ehemalige Chef der ING Diba, Roland Boekhout, und Finanzvorstand Bettina Orlopp für dessen Nachfolge im Gespräch. 

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mandel ist seit 2002 bei der Commerzbank. Nachdem er erst Vorstandsvorsitzender der Direktbank-Tochter Comdirect war, übernahm er 2016 das Privatkundenressort im Vorstand des Konzerns. Während die meisten Banken Filialen zunehmend schließen, schien Mandel zwischenzeitlich einen Weg gefunden zu haben, über die teuren Zweigstellen viel Neugeschäft zu akquirieren. Sein gutes Händchen trug ihm den Beinahmen “Magic“ Mandel bei.

          Zwei Interims-Lösungen

          Sabine Schmittroth übernimmt im Konzernvorstand interimistisch die Verantwortung für das Segment Privat- und Unternehmerkunden, wie die Bank am Donenrstag mitteilte. Marcus Chromik übernimmt übergangsweise die Verantwortung für Compliance. 

          Auf längere Sicht dürften die Vorstandsressorts aber wohl anders verteilt werden. Der erst seit Kurzem amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jörg Vetter ist noch auf der Suche nach einem geeigneten Vorstandsvorsitzenden. Wer langfristig das Privatkundenressort führt, dürfte auch von dieser Entscheidung abhängen. Als mögliche Variante gilt, dass Boekhout eine Art Super-Ressort bekommt, dass sowohl die Privatkunden- als auch die Firmenkundensparte umfasst. Dann wäre Orlopp die Favoritin für den Vorstandsvorsitz. Nach wie vor ist die Bank aber noch auf der Suche nach geeigneten externen Kandidaten.  

          Auf dem heutigen Strategietag der Bank, auf dem Vorstand und Aufsichtsrat in der Bankzentrale in Frankfurt zusammen diskutieren, könnten dazu weitere Details bekannt werden. In  Person von Mandel verliert die Bank nun schon den zweiten wichtigen Privatkunden-Manager innerhalb weniger Tage. Gerade erst hat die Chefin der Comdirect, Frauke Hegemann, bekanntgegeben, dass sie den Konzern verlässt. 

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