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Schwaches Investmentbanking : Privatkunden retten Bilanz der Bank of America

  • Aktualisiert am

Londoner Stützpunkt der Bank of America Bild: Reuters

Das amerikanische Geldinstitut macht Schwächen des Investmentbankings mit steigenden Einnahmen aus dem Geschäft mit Sparern und Verbrauchern mehr als wett. Taugt das als Vorbild auch für die Deutsche Bank?

          Die Bank of America hat im zweiten Quartal dank einer steigenden Kreditvergabe einen höheren Gewinn eingefahren. Der Überschuss stieg um zehn Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar, wie das Geldhaus am Mittwoch mitteilte. Wie die anderen US-Großbanken profitierte auch die Bank of America von einem starken Privatkundengeschäft, das Rückgänge im Investmentbanking mehr als wett machte. Die Konzernerträge kletterten um zwei Prozent auf 23,1 Milliarden Dollar.

          Vor allem im Geschäft mit Verbraucherkrediten und Spareinlagen konnte die Bank weiter kräftig zulegen. Im Investmentbanking und in der Handelssparte lief es hingegen deutlich schlechter. Dieser Trend hatte sich zuletzt bereits bei den Zahlen anderer US-Großbanken wie Citigroup und JP Morgan abgezeichnet.

          Im Gegensatz zu den Konkurrenten Citigroup, JP Morgan, und Wells Fargo konnte die Bank of America ihre Zinsmarge jedoch leicht auf 2,44 Prozent verbessern – nicht zuletzt, weil die Kreditvergabe an Privatkunden stärker wuchs als die Einlagen. Im Privatkundengeschäft legte der Gewinn um 13 Prozent zu. „Die Kunden der Bank of America haben im zweiten Quartal fünf Prozent mehr ausgegeben als im Vorjahresquartal“, sagte Konzernchef Brian Moynihan. Die wachsende Wirtschaft in den USA habe das Geschäft angekurbelt.

          Im Investmentbanking kämpfte dagegen auch die nach JP Morgan zweitgrößte US-Bank mit Gegenwind. Der Gewinn der Sparte sank um knapp sechs Prozent. Im Aktienhandel fielen die Erträge um 13 Prozent, im Anleihenhandel um acht Prozent. Die Konkurrenten hatten über ähnliche Rückgänge berichtet.

          Da die Deutsche Bank gerade ihr internationales Investmentbanking stark zusammenstreicht, könnte die Bank of America zum Vorbild für das größte deutsche Kreditinstitut werden. Denn auch die Deutsche Bank muss nun schauen, wie sie die wegfallenden Erträge aus dem Handel mit Wertpapieren oder Währungen ersetzt. Nur auf sinkende Kosten und ersparte Boni zu setzten, dürfte nicht reichen. Als lohnende Geschäfte für die Deutsche Bank könnte die Betreuung von besonders reichen und vermögenden Privatleuten in Frage kommen, aber auch Kredite und Dienstleistungen für international tätige Unternehmen.

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