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Teuerung : Erzeugerpreise in der Eurozone steigen in Rekordtempo

Die EZB rechnet nur mit einem vorübergehenden Anstieg der Inflation. Bild: Laila Sieber

Die Preise legen auf Jahressicht um 10,2 Prozent zu. Das ist so viel wie noch nie seit der Einführung des Euro als Buchgeld im Jahr 1999. Dieser Wert stellt manchmal einen Frühindikator für die Verbraucherpreise dar.

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          Aufmerksam werden im Moment alle Meldungen rund um die Inflation verfolgt. Am Dienstag meldete das europäische Statistikamt Eurostat einen Wert, der ungewöhnlich hoch ausfiel. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in der Eurozone sind im Juni in Rekordtempo gestiegen: Sie legten um 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Das war der höchste Wert seit der Einführung des Euro als Buchwährung im Jahr 1999. Im Mai hatte es noch ein Plus von 9,6 Prozent gegeben, gegenüber dem Vormonat lag der Anstieg jetzt bei 1,4 Prozent.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Energie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 25,4 Prozent, also um mehr als ein Viertel. Vorprodukte kosteten 10,6 Prozent mehr als vor Jahresfrist, da es hier in aller Welt Engpässe gibt – beispielsweise für Holz und Stahl. Ein Teil des Preisanstiegs auf Jahressicht hängt mit den ungewöhnlich niedrigen Preisen im Corona-Krisenjahr 2020 zusammen. 

          Die Produzentenpreise gelten als ein möglicher Frühindikator für die Entwicklung der Inflation. In der Statistik werden die Preise ab Fabrik geführt – also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben. Offen ist, wie stark die höheren Preise an die Konsumenten weitergegeben werden.

          Rohstoffe treiben auch schon die Verbraucherpreise

          Die Inflation im Euro-Raum gewinnt derzeit an Fahrt und übertrifft die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Verbraucherpreise stiegen im Juli binnen Jahresfrist um 2,2 Prozent. Das ist die höchste Rate seit Herbst 2018. In Deutschland legten die Verbraucherpreise nach nationaler Berechnungsweise im Juli sogar um 3,8 Prozent zu.

          Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank sagte, die höhere Rohstoffpreise begännen langsam, auch auf die Verbraucherpreise durchzuschlagen. „Der HWWI-Rohstoffpreisindex ohne Energie ist im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 71 Prozent gestiegen“, sagt Krämer. „Dieser starke Anstieg hat begonnen, auf die Preise für Konsumgüter durchzuschlagen.“ So seien die Produzentenpreise für Konsumgüter ohne Energie schon im Juni um 1,2 Prozent gestiegen, nachdem sie im März noch gefallen waren.

          Außerdem sein die Warenpreise ohne Energie im Verbraucherpreisindex im Juli um 3,6 Prozent gestiegen – nach einer Rate von 1,6 Prozent im Juni. „Der Anstieg war stärker, als es der Basiseffekt der Mehrwertsteuersenkung nahelegt“, sagte Krämer. Alles in allem treibe der Preisanstieg der Rohstoffe auch jenseits der teureren Energie zur Zeit die Verbraucherpreise, meinte Krämer: „Das dürfte sich noch ein paar Monate fortsetzen und ist ein Argument, warum die Inflation in den kommenden Monaten deutlich über 4 Prozent liegen sollte.“

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