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Portrait : Immunex

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Immunex entwickelt therapeutischen Produkte zur Behandlung von Krebs, Infektions- und Immunkrankheiten.

          Immunex entwickelt therapeutischen Produkte zur Behandlung von Krebs, Infektions- und Immunkrankheiten. Bei den Produkten handelt es sich um therapeutische Proteine. Immunex identifiziert, entwickelt und vermarktet seine Produkte weitgehend allein. Die Strategie könnte lauten: „von der Entdeckung zum therapeutischen Produkt“.

          Die Geschäfts- und Produktstrategie von Immunex wurde in den letzten Jahren durch den Zukauf von Chemotherapeutika für den Bereich Onkologie leicht abgewandelt. Immunex Chemotherapeutika scheinen jedoch die im Bereich Onkologie entwickelten Protein-Wirkstoffe sinnvoll zu ergänzen.
          Produkte

          Kassenschlager Enbrel

          Bestes und erfolgreichstes Beispiel für die Geschäftsstrategie des Unternehmens ist das Produkt Enbrel, das entzündungshemmend bei rheumatischer Arthritis wirkt. Immunex hat diesen löslichen Rezeptor aus seiner Forschung über die TNF-Rezeptorfamilie heraus identifiziert. Enbrel ist das heute bedeutendste Cytokinrezeptor-basierte Therapeutikum weltweit; die Anwendbarkeit auf weitere Indikationsgebiete ist sehr wahrscheinlich.

          Leukine ist ein therapeutischer hämatopoetischer Wachstumsfaktor, der sich bei einer relativ schwierigeren Konkurrenzlage auf dem Markt durchsetzen muss. Anwendung findet das Präparat bei Knochenmarkstransplantationen und Akuter Leukämie. In den achtziger Jahren blieb der Markterfolg für das Leukine-Präparat, das anfängliche Leitprodukt, aus. Es folgte jedoch 1997 die Bevorzugung von fünf Produkten von Immunex auf der US-Oncology-Liste.

          Novantrone und Thioplex sind Chemotherapeutika für Krebspatienten, wobei Novantrone bei Multipler Sklerose, Prostatakrebs und Leukämie eingesetzt werden kann. Novantrone ist seit Oktober 2000 zugelassen und ist damit das erste zugelassene Therapeutikum für sekundär progressive Multiple Sklerose.

          Forschung

          Immunex nennt sich zurecht „World leader in cytokine research“. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf Krebserkrankungen, Infektionskrankheiten und immunologische Störungen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2000 hat das Unternehmen 166,7 Millionen Dollar in Forschung und Entwicklung sowie in Kooperationen investiert, um seine Produktpipeline auszubauen.

          Enbrel wird für weitere Indikationsgebiete getestet wie chronisches Herzversagen, Psoriasis und psoriatische Arthritis. Zusätzlich werden Langzeitstudien mit dem Präparat durchgeführt.

          Immunex verfügt über eine überragende Produktkandidaten-Pipeline und hat aktuell zehn Produktkandidaten gegen Krebs, Angiogenese, Osteoporose, Asthma und Entzündungskrankheiten in der Pipeline.

          Kooperationen

          Immunex ging einige wichtige strategische Kooperationen ein. Die wichtigste Allianz ist mit Wyeth-Ayerst zur klinischen Weiterentwicklung und Vermarktung von Enbrel. Im Zuge der Entwicklung von therapeutischen Antiköpern gegen Prostatakrebs hat Immunex von UroCor, einer Biotech-Firma, patentierte Zelloberflächenproteine einlizensiert, die potenzielle Targets für diese Antikörper sein könnten. UroCor hat eine Genbibliothek erstellt, die in neoplastischen oder vorkrebsartigen Prostatazellen exprimierte Gene enthält.

          Im Mai 2001 wurde mit Cambridge Antibody Technology (CAT) ein Kooperationsabkommen über die Entwicklung humaner monoklonaler Antikörper für die Therapie von Autoimmun- und Entzündungskrankheiten geschlossen. Beide Firmen sind gemeinsam verantwortlich für die Forschung und Entwicklung. Durch eine Kooperation mit Celera Genomics stehen Immunex die vier Datenbanksysteme für die Sequenz- und Genexpressionsanalyse samt den Bioinformatik-Tools für Recherchen zur Verfügung.

          Immunex hat bis Ende Juli 2001 mehr als 1.100 Patentverfahren in verschiedenen Ländern angestrengt. 178 Patente wurden in den USA erteilt. Mehr als 130 Anträge liegen dem Europäischen Patentamt vor. Die Patente umfassen neben verschiedenen Methoden und Produktentwicklungen in der Hauptsache Stoffpatente für die identifizierten Cytokine, Cytokinrezeptoren oder Analoga. Immunex verfügt somit über eine herausragende Patentbasis.

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