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Porträt : Organogenesis

  • -Aktualisiert am

Organogenesis entwickelt und vertreibt Produkte mit natürlichen Zellen. Aber auch an künstlichen Bypässen und Lebern forscht das Unternehmen.

          Organogenesis (ORG) entwickelt, produziert und vertreibt Produkte, die lebende Zellen und/oder natürliche Bindegewebe enthalten. Die Firma setzt sich zum Ziel, das neue Forschungsgebiet, Tissue Engineering, zu fördern und es in der Medizin zu etablieren. Zum Sortiment zählt das einzige massenangefertigte medizinische Produkt, das lebendige Zellen enthält und in den USA vertrieben wird.

          Das erste Produkt, mit dem ORG 1997 auf den Markt kam, war Apligraft, ein Hautersatz-Produkt. Hier wurden erstmals lebende humane Zellen verwendet. Wie die natürliche Haut, besteht Apligraft sowohl aus oberen epidermalen als auch aus unteren dermalen Zellschichten. Es enthält aber keine Blutgefäße, Haarfollikel oder Schweißdrüsen. Es wird aus menschlichen Vorhautzellen kultiviert. Apligraf wurde zuerst in Kanada zugelassen, dann auch von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA in den USA für venöse Geschwüre. Im Juni 2000 erlangt das Produkt auch die Zulassung für diabetischen Fuß. Der Markt dafür ist beträchtlich. Allein in den USA leiden über 1,5 Millionen Menschen an Druckwunden, 700.000 Patienten an venösen Geschwüren und rund 400.000 an diabetischen Fuß. Die Zahlen beziehen sich auf die jährliche Inzidenz. Apligraft wird weltweit von Novartis vertrieben. In den USA werden derzeit noch einige klinische Studie über ihren Einsatz in Verbrennungen und in der Hautchirurgie durchgeführt.

          Simulation der Haut

          Das zweite Hautprodukt ist Testskin II, entwickelt sowohl für Forschungs- als auch für industrielle Zwecke. Hier besteht die obere Schicht aus menschlichen Keratinozyten, mit gut differenziertem stratum corneum. Die dermale Schicht ist aus bovinen Kollagens Typ I, in die humane Fibroblasten eingesät werden. Mit Testskin II soll die eigentliche Struktur und der biologische Antwortmechanismus der menschlichen Haut simuliert werden. Es kann bei der Produktentwicklung, der Testung von Kosmetika und Pharmaka, bei Wundheilungs- und Entzündungsstudien sowie Hautirritations- und Zellschädigungsuntersuchungen eingesetzt werden.

          Künstliche Bypässe

          1997 erhielt Organogenesis auch die Zulassung für Graftpatch. Dieses Produkt stützt das Bindegewebe.
          ORG entwickelt künstliches Bindegewebe, das beispielsweise bei Wundkorrekturen in der orthopädischen und plastischen Chirurgie eingesetzt werden kann (Vitrix). Im Visier steht darüber hinaus die Kultivierung von Blutgefäßen, die bei Bypass-Operationen als peripherer oder koronarer Aderersatz genutzt werden können. In den USA werden rund 375.000 Bypass jährlich eingesetzt. Erste Untersuchungen zeigen, daß dieses Transplantat vom Körper zu einem lebensfähigem, zellbewachsenen Gefäß umfunktioniert werden kann.

          Organogenesis forscht zudem an einer künstlichen Leber. Jährlich werden 150.000 Menschen mit Leberkrankheiten in die Krankenhäusern geliefert. Es wird erwartet, daß diese Zahlen aufgrund der steigenden Hepatitis C-Infektionen noch enorm zunehmen werden. Beide Projekte sind bereits in der präklinischen Phase.

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