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Portale : Yahoo in der Klemme

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Das weltweit größte Internetportal trifft die Gewinnprognosen, dämpft aber den Ausblick. Fazit: Yahoo wächst nicht mehr.

          2 Min.

          Yahoo hat als erstes Internetunternehmen seine Zahlen zum dritten Quartal am Mittwoch nach Börsenschluss präsentiert. Zwar hat Yahoo die Erwartungen der Analysten punktgenau getroffen. Dennoch bleibt offen, wie CEO Terry Semel das zwar weltweit bekannte, aber betriebswirtschaftlich schwächelnde Internet-Portal durch die nächsten Monate führen will.

          Yahoo hat im dritten Quartal 2001 einen Netto-Verlust von 24,1 Millionen Dollar oder vier Cents je Aktie verbucht, verglichen mit einem Gewinn von 47,7 Millionen Dollar oder acht Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ist auf 166,1 (Vorjahr 295,5) Millionen Dollar gesunken und blieb damit hinter den von Analysten erwarteten 170 Millionen Dollar zurück. Auf operativer Basis hat allerdings das Unternehmen einen Gewinn von 8,4 Millionen Dollar oder einen Cent je Aktie erzielt. Analysten hatten bei Yahoo ebenfalls einen Gewinn je Aktie von einen Cent erwartet.

          Eingetrübter Ausblick für's vierte Quartal

          Für das vierte Quartal rechnet Yahoo mit einem Umsatz von 160 bis 180 Millionen Dollar. Im Durchschnitt waren die Analysten von Thomson Financial/First Call von 191,8 Millionen Dollar ausgegangen. Beim Gewinn für das Gesamtjahr will Yahoo vier bis sechs Cents erzielen. Die Konsensschätzungen liegen bei fünf Cents. Die Prognosen für 2002 liegen sogar bei elf Cents. Doch keiner weiß, wo diese Verdoppelung herkommen soll.

          Analysten von JP Morgan Securities erwarten für das kommende Jahr einen Rückgang des Online-Werbemarktes um fünf Prozent, andere wie Salomon Smith Barney sehen eine Zunahme um zehn Prozent. Für Yahoo sind das entscheidende Fragen. Das Unternehmen generiert immer noch rund 82 Prozent seiner Umsätze durch den Verkauf von Werbebannern.

          Aktie ist überbewertet

          Für orthodoxe Finanzanalysten spielt diese Prognosestreuung hingegen keine Rolle mehr: Welche Prognose auch eintreffen mag - die Yahoo-Aktie ist überbewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Grundlage der Erwartungen für 2002 liegt im Schnitt bei über 100. Das entspricht einer Bewertung für ein schnell, sehr schnell wachsendes Unternehmen. Doch genau das ist Yahoo nicht mehr.

          Der Aktienkurs von Yahoo hat im regulären Handel im Zuge der optimistischen Stimmung an der Börse 7,6 Prozent auf 10,93 Dollar zugelegt. Nachbörslich kletterte der Kurs sogar auf 11,71 Dollar. Allerdings sollten diese Aufschläge nicht überbewertet werden, immerhin hat die Aktie auch mehr als 90 Prozent an Wert verloren. Dennoch, und das verkompliziert die Angelegenheit für potenzielle Aktionäre, könnte die Yahoo-Aktie im Zuge einer generellen Markterholung kurzfristig auch noch deutlicher anziehen - trotz der fundamental deutlichen Überbewertung.

          Yahoo ist Übernahmekandidat

          Yahoo war eines der wenigen Unternehmen, das seine Prognosen auch nach den Terroranschlägen gegen die USA am 11. September nicht korrigiert hat. CEO Semel ist es bislang nicht gelungen, die Geschäftsfelder des Portals auszuweiten. Die starke Abhängigkeit vom Online-Werbemarkt wird schon seit Jahren moniert. Inzwischen gilt Yahoo als Übernahmekandidat, wenn auch Analysten betonen, dass die hohe Marktkapitalisierung potenzielle Käufer noch abschrecke.

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