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Rekord seit der Telekom : Porsche-Börsengang bringt Volkswagen 19,5 Milliarden Euro

Seit dem Porsche-Börsengang Ende September haben die Bullen wieder Oberwasser. Bild: AP

Die meisten Börsengänge sind zuletzt gefloppt. Doch Porsche ist anders. Die Aktien werden zu Höchstpreisen verkauft, Kursgewinne am ersten Tag sind wahrscheinlich.

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          An diesem Donnerstag erlebt die Frankfurter Börse den zweitgrößten Börsengang ihrer Geschichte nach der Telekom 1996. Damals trennte sich der Staat von Anteilen am Unternehmen. Dieses Mal ist es die Volkswagen AG, die Aktienanteile verkauft. 113,9 Millionen Vorzugsaktien. Das Interesse der Anleger war riesig, so dass die von 76,50 Euro bis 82,50 Euro reichende Preisspanne voll ausgereizt werden konnte und die Aktien zu 82,50 Euro zugeteilt werden, wie der VW Konzern am Mittwochabend mitteilte. Dem VW-Konzern fließen so 9,4 Milliarden Euro zu. Bei der Telekom waren es 1996 gut 10 Milliarden Euro.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch VW nimmt nicht nur das Geld aus der Plazierung der stimmrechtslosen Porsche-Vorzugsaktien ein, die von diesem Donnerstag an unter der Wertpapierkennnummer PAG911 in Frankfurt handelbar sein werden. Gleichzeitig kaufen die Familien Porsche und Piech über ihre Porsche Automobil Holding 25 Prozent plus eine Aktie der Stammaktien, die nicht frei handelbar sein werden. Sie zahlen dafür 7,5 Prozent mehr als die Vorzugsaktionäre, in der Summe also 10,1 Milliarden Euro. Insgesamt fließen dem VW-Konzern damit 19,5 Milliarden Euro zu, wovon knapp die Hälfte voraussichtlich im Januar an die VW-Aktionäre ausgeschüttet werden soll. Je Aktie entspricht dies etwa 19 Euro und damit einer Dividendenrendite von gut 13 Prozent für die VW-Vorzugsaktien und 10 Prozent für die Stammaktien. Den Familien Porsche und Piech fließen damit gut 3 Milliarden Euro vor Steuern zu, dem Land Niedersachsen und dem Großaktionär Qatar jeweils gut 1 Milliarde Euro.

          Den ersten vorbörslichen Kursen zufolge dürften die Porsche-Aktien mit einem ordentlichen Kursaufschlag in den Handel starten. Für die weitere Kursentwicklung heißt das jedoch nicht viel. Manche Börsengänge wurden trotz angeblich regen Anlegerinteresses in letzter Minute doch noch abgesagt, zuletzt die Mein Auto Group vergangenes Jahr im Mai.

          Euphorie verpufft

          Andere sind geradezu euphorisch am Markt empfangen worden. Auto1 zum Beispiel. Der Gebrauchtwagenhändler aus Berlin mit digitalem Geschäftsmodell warb im Fe­bruar 2021 fast 2 Milliarden Euro von Anlegern ein, ausgegeben in Aktien zu 38 Euro das Stück, erster Kurs: 55 Euro. Ein solcher Kurssprung hat in Deutschland Seltenheitswert. Die Deutsche Börse nahm die Aktie mit einem anfänglichen Börsenwert von 11 Milliarden Euro alsbald in den M-Dax auf. Doch die allgemeine Begeisterung hielt nicht lange. Sie war sogar nur sehr kurz. Wenige Wochen nach dem Börsengang wurden letztmals 50 Euro für eine Aktie gezahlt. Der Ausgabepreis von 38 Euro wurde kurz vor der M-Dax-Aufnahme erstmals unterschritten. Als die Börse im März 2022 mitteilte, die Aktie in den S-Dax abzustufen, kostete sie schon nur noch 11 Euro. Am Donnerstag waren es dann 7,30 Euro – 80 Prozent weniger als zum Ausgabepreis, 87 Prozent weniger als der erste Kurs, in absoluten Zahlen 9,5 Milliarden Euro minus.

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