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Größter deutscher Börsengang : Porsche-Aktien schwanken zum Börsendebüt

Porsche-Chef Oliver Blume (rechts) und sein Finanzvorstand Lutz Meschke läuten die Börsenglocke Bild: Lucas Bäuml

Porsche gelingt der größte deutsche Börsengang seit der Telekom. Dem VW-Konzern bringt das 9,4 Milliarden Euro ein. Vieles ist anders als sonst.

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          Die Aktien des Sportwagenherstellers Porsche sind am Donnerstag früh mit 84 Euro in den Handel an der Frankfurter Börse gestartet. Damit lagen sie unmittelbar nach dem Handelsstart schon über dem Ausgabepreis von 82,50 Euro. Im frühen Handel schwankte der Kurs dann allerdings zwischen diesen beiden Werten. Der Stuttgarter Luxusautohersteller wurde zu seinem Börsen-Debüt damit auf rund 76,5 Milliarden Euro bewertet und gilt schon deshalb als heißer Kandidat für den Deutschen Aktienindex (Dax).

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.
          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          „Wir haben Porsche erfolgreich an die Börse gebracht. Heute ist ein guter Tag für Porsche und für Volkswagen", sagte Volkswagen-Finanzchef Arno Antlitz kurz vor der Erstnotierung. „Porsche ist sehr gut positioniert, um seine erfolgreiche Strategie fortzusetzen sowie von mehr Agilität und unternehmerischer Eigenständigkeit zu profitieren“, sagte er. Auch VW profitiere, denn der Konzern bekomme mehr Schlagkraft, um den Weg in Richtung Elektromobilität voranzugehen. „Hierfür wollen wir die gewonnenen Mittel einsetzen.”

          Um Punkt 9:15 Uhr läutete Porsche-Chef Oliver Blume, der auch den Mutterkonzern VW lenkt, zusammen mit seinem Finanzchef Lutz Meschke die symbolische Börsenglocke. Er bringt damit ein Projekt über die Ziellinie, an dem ganze Heerscharen von Wirtschaftsanwälten, Beratern und Investmentbankern über Monate gearbeitet haben, den Börsengang des Sportwagenherstellers aus Stuttgart.

          DR.ING.H.C.F.PORSCHE VZOI

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          Auf 82,50 Euro je Aktie war der Emissionspreis festgelegt, das obere Ende der zuletzt angepeilten Preisspanne. Mit 84 Euro beginnt der Handel. Dann gibt die Aktie allerdings nach und fällt in den ersten Minuten um 1,5 Prozent, kurz danach geht es aber wieder bergauf. Das Signal hatten die Beteiligten sich sicher eindeutiger vorgestellt.

          „Herausfordendes Umfeld“

          Knapp 114 Millionen Vorzugsaktien von Porsche kommen mit dem Initial Public Offering – englisch IPO – auf den Markt, auch wenn ein großer Teil an Ankeraktionäre wie die Qatar Investment Authority und den norwegischen Staatsfonds geht. 9,4 Milliarden Euro bringt der Verkauf der Papiere dem Mutterkonzern VW ein. Gemessen am Emissionsvolumen, ist es der größte Börsengang in Deutschland seit 1996. Damals feiert die Telekom ihr Debüt auf dem Frankfurter Parkett.

          Vor den ersten Handelsminuten, in denen die Verantwortlichen angesichts des schwankenden Kurses wie gebannt auf die Kurstafel starren, hatte Blume sich noch emotional gegeben. „Ein Traum wird wahr“, sagte er. Auch Finanzchef Meschke hob die historische Bedeutung des Schritts hervor. „Seit fast 75 Jahren bauen wir bei Porsche Sportwagen.“ Die heutige Rückkehr an die Börse sei für das Unternehmen „ein wichtiger Tag“, wenngleich das Umfeld durch den Krieg in der Ukraine, die angespannten Lieferketten und andere globale Krisen „herausfordernd“ sei. Porsche habe jedoch „immer wieder gezeigt, dass wir in schwierigen Zeiten erfolgreich sind“.

          Nervosität im Vorfeld

          Wie groß die Nervosität im Vorfeld war, zeigt das hektische Treiben des Porsche-Teams. Schon am Mittwoch wurde ein Durchlauf gemacht. Wer muss wann wo stehen? Wann ist welches Interview vor welcher Kamera? Auch wenn es für das Unternehmen eine Rückkehr an die Börse ist, für die Verantwortlichen heute ist es Neuland.

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