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Politische Spannungen : Dax fällt unter 11.000 Punkte

  • Aktualisiert am

Proteste gegen Pekings sogenanntes Sicherheitsgesetz Bild: Reuters

Der Konflikt um Hongkong flammt wieder auf und verdirbt Anlegern zum Wochenschluss die Kauflaune. Auch die Ölpreise geben wegen Konjunktursorgen deutlich nach.

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          Der deutsche Leitindex Dax ist mit einem deutlichen Minus von 1,4 Prozent auf rund 10.900 Punkten in den Handel  gestartet. Damit tauchte er wieder unter die Marke von 11.000 Punkten ab, die er Anfang der Woche erkämpft hatte. Grund für den Pessimismus sind neue politische Spannungen zwischen Peking und Hongkong, die auch schon Anlegern in Asien zum Wochenschluss die Kauflaune verdorben haben.

          In Hongkong sank der Hang Seng um bis zu 5,7 Prozent und notierte so niedrig wie seit Anfang April nicht mehr. Auch in China gaben die Kurse nach. China plant ein neues Sicherheitsgesetz für Hongkong, wie ein chinesischer Regierungsvertreter ankündigte.

          Amerikas Präsident Donald Trump kritisierte die Entscheidung scharf und kündigte eine „sehr starke“ Reaktion auf alle Schritte an, die zu einer stärkeren Kontrolle der chinesischen Regierung über die ehemalige britische Kronkolonie führt. Derzeit steht noch ein Bericht des amerikanischen Außenministeriums aus, ob Hongkong über ausreichend Autonomierechte verfügt, um weiterhin von den Vereinigten Staaten bevorzugt behandelt zu werden. „Der Bericht könnte kommenden Monat vorgelegt werden, und es besteht die Gefahr, dass die Spannungen zwischen den USA und China bis dann zunehmen“, sagte Ei Kaku, Währungsstratege beim Finanzdienstleister Nomura Securities.

          In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei 0,8 Prozent schwächer bei 20.388 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht verbleibt damit ein Plus von 1,8 Prozent. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Firmenzahlen in Japan herausfordernd werden“, sagte Soichiro Matsumoto, Chefinvestor für Japan bei der Bank Credit Suisse.

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          Auch die Ölpreise sind am Freitag wegen Konjunktursorgen stark gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 33,90 Dollar. Das waren 2,16 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 2,48 Dollar auf 31,44 Dollar.

          Kurz vor dem Wochenende setzten Zweifel an der Erholung der Wirtschaft in China nach dem Einbruch durch die Corona-Krise die Ölpreise stark unter Druck. Die Anleger verfolgten gespannt den Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses in China. Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten hatte die Führung in Peking kein Ziel für das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt vorgegeben.

          Nach Einschätzung von Marktbeobachtern gebe es am Ölmarkt auch die Sorge vor wieder zunehmenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China, die das jüngsten Handelsabkommen gefährden könnten. Präsident Donald Trump hatte Chinas Führung zuletzt erneut scharf wegen der Vorgehensweise in der Corona-Krise kritisiert.

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