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Neue Hochzinsanleihe : Photon Energy will nach Ungarn und Australien

Blick auf Photons erstes australisches Solarkraftwerk in Symonston, einem Vorort der Hauptstadt Canberra. Bild: Photon Energy

Solar-Anleihen haben Anleger in unguter Erinnerung. Der Stromproduzent Photon Energy versucht nun, ihr Vertrauen zu gewinnen.

          Mit Solar-Anleihen haben Anleger in Deutschland keine guten Erfahrungen gemacht. Nahezu alle Anleihen aus der Branche platzten, insgesamt gab es in den vergangenen Jahren wenigstens zwölf Papiere, mit denen die Anleger mehr oder weniger große Verluste erlitten. Erst am Mittwoch gab der Insolvenzverwalter von Solarworld, Horst Piepenburg, bekannt, dass er von einer Insolvenzquote „im mittleren einstelligen Prozentbereich“ ausgehe. Dabei hatten die Anleiheninhaber schon vor Jahren  auf gut 55 Prozent ihrer Forderungen  verzichtet gehabt, um wenigstens einen Teil ihrer Investments zu retten.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Indes gibt es Ausnahmen. Anfang 2013 hatte der Solarstromproduzent Photon Energy eine Anleihe begeben. Doch trotz eines Unternehmensratings von „BB-“ von der Agentur Creditreform konnte Photon seinerzeit von geplanten 40 Millionen Euro nur etwas mehr als 10 Millionen plazieren. Angesichts der Branchensituation kann das allerdings nicht überraschen.

          Mittlerweile sind mehr als vier Jahre vergangen und bis zum Fälligkeitstermin am 12. März sind es keine fünf Monate mehr. Photon bemüht sich daher abermals um die Gunst der Anleger und versucht, abermals eine Anleihe zu plazieren, diesmal im Volumen von 30 Millionen Euro. Mit 7,75 Prozent ist der Zinssatz nur geringfügig niedriger als 8 Prozent, mit denen die Alt-Anleihe verzinst war. Angesichts eines seitdem um etwa 0,8 Prozentpunkte gesunkenen Bankenreferenzzinses zahlt Photon jedoch einen höheren Aufschlag als vor knapp fünf Jahren.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Auch Photon Energy traf die Solarkrise seinerzeit, als Anlagenbetreiber aufgrund des Bestandsschutzes aber weniger stark. Dennoch musste sich das Unternehmen aus Italien und Deutschland zurückziehen und das Neugeschäft in Tschechien und der Slowakei aufgeben. Zudem ist die Bedeutung des Handels mit Komponenten seitdem deutlich zurückgegangen. Die Preise sind deutlich gesunken und auch mengenmäßig bringt das Geschäft nicht mehr so viel wie einst, sagt Finanzvorstand Clemens Wohlmuth.

          Der Umsatz erholt sich seit 2014 wieder, lag aber 2016 mit rund 13 Millionen Euro noch weit unter dem Niveau von 23 Millionen im Jahr 2011. Die Ertragssituation hat sich deutlicher verbessert. Auf operativer Ebene schloss man mit 2012 nur einmal seit 2011 mit Verlust ab und die Margen haben sich kontinuierlich verbessert.

          Unter dem Strich gab es indes in diesem Zeitraum jedoch stets deutliche Verluste. Das hat sich erst in der ersten Hälfte diesen Jahres geändert. Das zweite Halbjahr laufe gut, sagt Wohlmuth. Die Analysten von Independent Research rechnen allerdings bis einschließlich 2019 weiter mit leichten Verlusten.

          Im australischen Musswellbrook hat Photon mit der Deutschen Energie-Agentur eine Hybridanlage mit Batteriespeicher für Broadcast Australia errichtet.

          Photon ist trotz seiner eher geringen Größe ein sehr internationales Unternehmen. Allerdings nicht ganz mit Absicht. Begonnen hatte man einst mit Solarkraftwerken in Tschechien und der Slowakei. Doch dann wurde dort Knall auf Fall die Förderung gestrichen, in Tschechien die Produktion sogar mit einer Abgabe belegt. Damit war Neugeschäft nicht mehr rentabel, berichtet Wohlmuth.

          Also entschloss man sich neue Aktivitäten in Deutschland und Italien zu beginnen. Doch dann wurde auch dort die Solarförderung deutlich verringert, so dass man die dort begonnenen Projekt verkaufen musste. „Im Gegensatz zu Australien und Ungarn waren wir in diesen Ländern spät dran, so dass kein ausreichendes Wachstum mehr möglich war. Nachdem wir die kritische Größe nicht erreicht hatten, haben wir uns seinerzeit entschlossen, uns zurückzuziehen“, sagt Wohlmuth.

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