https://www.faz.net/-gv6-ab75f

Immobilienmarkt : Deutsche zieht es vor die Stadt

Baustelle in Hannover: Es wird viel gebaut, aber der Bedarf kann nicht gedeckt werden. Bild: dpa

Die Corona-Krise bremst den deutschen Wohnungsmarkt in keinster Weise. Der Preisanstieg setzt sich fort. Immer begehrter werden Häuser in den Randgebieten.

          1 Min.

          Die Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt bleibt von der Corona-Pandemie unberührt. „Wohnimmobilien haben nach wie vor Hochkonjunktur“, sagte Louis Hagen, Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP), am Donnerstag auf der Pressekonferenz. Eine Seitwärtsbewegung der Wohnimmobilienpreise sei nicht in Sicht. Die höchsten Preissteigerungen habe es im vergangenen Jahr in den „Speckgürteln“ der Metropolen gegeben, sagte Hagen, der hauptberuflich Vorstandsvorsitzender der Münchener Hypothekenbank ist.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Seiner Ansicht nach zieht es die Deutschen in die Randbereiche der großen Städte, weil sich dort mehr Wohnraum und Nähe zur Natur realisieren lässt. In den sieben größten Städten – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf – hat sich der Preisanstieg nach den Statistiken des Verbands, dem die wichtigsten deutschen Immobilienfinanzierer angehören, verlangsamt. Allerdings ist in diesen Städten der Immobilienpreisanstieg in den Jahren zuvor besonders hoch ausgefallen.

          Wohnimmobilien verteuerten sich im Corona-Jahr 2020 um 7,5 Prozent. Trotz mehr Baugenehmigungen erreiche die Neubautätigkeit nicht das Niveau, das eigentlich nötig wäre, um den Wohnungsbedarf zu decken, sagte Hagen. Er erwartet in diesem Jahr eine Fortsetzung des Trends, also eine weiterhin hohe Wohnungsnachfrage aufgrund steigender Haushaltszahlen und innerdeutscher Mobilität.

          „Euphorie für das Homeoffice schwindet“

          Anders sieht es bei Gewerbeimmobilien aus, was Hagen mit deren höheren Konjunkturempfindlichkeit begründete. Hier stiegen die Preise im vergangenen Jahr nur um 0,6 Prozent. Büroimmobilienpreise hätten um 1,7 Prozent zugelegt, während die Preise für Einzelhandelsimmobilien um 2,0 Prozent nachgaben. Die Pfandbriefbanken erwarten eine stabile Entwicklung am Markt für Büroimmobilien. „Die anfängliche Euphorie für das Homeoffice schwindet“, verwies Hagen auf Umfragen in den Vereinigten Staaten.

          Er rechnet auch damit, dass Unternehmen mehr Fläche brauchen, um zusätzliche Konferenzräume einzurichten und den Abstand zwischen den Arbeitsplätzen zu vergrößern. Dagegen sieht es bei Hotels und Einzelhandel, die von den Lockdowns besonders betroffen sind, schwieriger aus. Als Gewinner der Corona-Krise bezeichnete Hagen Logistikimmobilien. Lagerflächen seien wegen des stark wachsenden Online-Handels sehr gefragt.

          Auf niedrigem Niveau blieben die Stundungen von Darlehen. Lagen sie Ende Juni noch bei 2,1 Prozent für Wohnimmobilien von Privatkunden, waren es Ende 2020 nur noch 1,2 Prozent. Bei Gewerbeimmobilien gingen die Stundungen in diesem Zeitraum von 2,2 auf 1,1 Prozent zurück.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Belgien, Brüssel: Angela Merkel, Bundeskanzlerin von Deutschland, spricht beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs mit Journalisten.

          Treffen in Brüssel : Merkel kann Idee von EU-Russland-Gipfel nicht durchsetzen

          Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU haben sich nicht das von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Treffen mit Russland einigen können. Mit Ungarn jedoch habe man ob seiner homophoben Gesetze „kontrovers und sehr ehrlich“ gesprochen, so Kanzlerin Merkel.
          Die HMS Defender bei ihrer Ankunft im Hafen von Odessa am 18. Juni

          Vorfall im Schwarzen Meer : Wollte die Royal Navy Russland provozieren?

          In Großbritannien verstärkt sich der Eindruck, dass die Royal Navy im Schwarzen Meer ein Zeichen setzen wollte. Moskau droht für Wiederholungen mit Bombenangriffen „nicht einfach in den Kurs, sondern auf das Ziel“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.