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Performance Index : Der Dax und sein Dividenden-Trick

  • -Aktualisiert am

Aufgebläht: Dax-Kurve auf der Anzeigetafel im Handelssaal der Frankfurter Börse Bild: dpa

Im Vergleich zu internationalen Börsenindizes bläht sich der deutsche Leitindex optisch auf. Anleger sollten sich nicht täuschen lassen, obwohl Gewinnausschüttungen natürlich wichtiger Teil der Rendite sind.

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          Deutschlands Leitindex wird gern mal mit dem Bild eines schwarz-weiß-pelzigen Dachs symbolisiert, weil das von der Aussprache her so schön passt. Inhaltlich treffender wäre wohl das Bild des listigen Fuchs, der in der Fabelwelt ein Freund des braven Dachs ist.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Dax ist nämlich ziemlich ausgefuchst, wenn es darum geht, sich im Vergleich mit anderen Börsenindizes positiv darzustellen. Obwohl das international unüblich ist, berücksichtigt die Deutsche Börse bei der Berechnung des Leitindex die von den enthaltenen Unternehmen an deren Aktionäre ausgeschütteten Dividenden. Zudem wird bei der Berechnung davon ausgegangen, dass die an die Anteilseigner geflossenen Ausschüttungen in voller Höhe wieder im Dax angelegt werden.

          Die Anfang dieser Woche bekanntgegebene große Dax-Reform soll vieles ändern und verbessern, doch an dem ausgefuchsten Trick mit den Dividenden ändert sich nichts. Der Dax bleibt also ein sogenannter Performance-Index, was lediglich ein schicker Anglizismus für den Dividenden-Trick ist. Der Leitindex ist ein Medienstar mit täglichen Auftritten in der Finanzpresse und im Fernsehen. Dabei erhält er durch die Dividenden ein Schulterpolster, das ihn im Vergleich mit anderen Börsenindizes optisch vorteilhaft aussehen lässt.

          Beschönigende Schulterpolster

          Nun gibt es seit jeher von allen Indizes Varianten mit Dividenden und ohne, Anleger können sich anhand des Dax-Kursindex also jederzeit ein Bild des nackten Dax ohne Schulterpolster verschaffen.

          DAX KURS

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          Ungeachtet dessen präsentiert sich der Dax in der Öffentlichkeit ständig in der beschönigenden Version des Performance-Index, während der amerikanische S&P 500 oder der japanische Nikkei 225 standardmäßig in der ehrlicheren Version des Kursindex auftreten. Ein Kursindex berücksichtigt allein die Aktienkurse der enthaltenen Unternehmen ohne deren Dividenden.

          Auch der amerikanische Traditionsindex Dow Jones präsentiert sich in der Form des Kursindex. Am Dienstag erreichte er einen Rekordstand von mehr als 30000 Punkten. Das hat der Dow ganz ohne die Dividenden geschafft, von denen allerdings im Corona-Jahr weniger fließen als sonst. Natürlich ist es legitim, Dividenden zu berücksichtigen, schließlich steigern sie die Rendite für den Anleger. Zudem fließen sie schon während der Haltedauer einer Aktie zu, wohingegen Kurssteigerungen erst realisiert werden, wenn das Wertpapier verkauft wird. Sogar die Prämisse der Wiederanlage von Ausschüttungen kann sinnvoll sein, schließlich tun thesaurierende Fonds nichts anderes. Doch sollten Dax-Anleger für einen fairen Indexvergleich immer auch auf die reine Kursversion des Dax zurückgreifen.

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