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Deutsche-Bank-Hauptversammlung : Paul Achleitner plant seinen Abschied

Paul Achleitner Bild: dpa

Die Aktionäre der Bank werden auf der Hauptversammlung ein neues Mitglied für den Aufsichtsrat wählen, das neben Theodor Weimer ein Nachfolgekandidat für den ab 2022 vakanten Vorsitz ist. Vorstandschef Christian Sewing verteidigt in seiner Rede das Investmentbanking.

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          Für die Deutsche Bank geht es aufwärts. Diese Botschaft hat am Mittwoch der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing verbreitet. Nachdem die Deutsche Bank 2020 den ersten Jahresgewinn seit sechs Jahren erzielt und im ersten Quartal 2021 erstmals seit sieben Jahren mehr als eine Milliarde Euro vor Steuern verdient hat, liefen die Geschäfte auch im zweiten Quartal 2021 gut. Nach zwei dividendenlosen Jahren sollen die Aktionäre ab Frühjahr 2022 Ausschüttungen erhalten. „Wir nehmen uns fest vor, dass wir im nächsten Jahr an dieser Stelle endlich wieder eine Dividende vorschlagen können“, sagt Sewing in seiner am Mittwoch veröffentlichten Rede an die Hauptversammlung, die am 27. Mai virtuell stattfinden wird.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für das zweite Halbjahr 2021 erwartet Sewing einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung, „sobald sich das Leben dank höherer Impfquoten wieder normalisiert“. Er freue sich auf die Rückkehr von derzeit noch von zu Hause arbeitenden Mitarbeitern in die Büros. „Wir werden aber aus der Corona-Zeit lernen und künftig Zeit im Büro und mobiles Arbeiten flexibler kombinieren“, kündigte Sewing an. Trotz nicht mehr ausgesetzter Insolvenzregeln erwarte die Deutsche Bank weniger Vorsorgebedarf für Kreditausfälle als 2020. Die Globalisierung sei nicht zu Ende, aber der Welthandel werde fragmentierter und der Austausch von Waren und Dienstleistungen komplexer, sagte Sewing und prägte dafür das Wort „Glokalisierung“ wohl in Anspielung darauf, dass einige Unternehmen als Reaktion auf Grenzschließungen und Reisebeschränkungen in der Pandemie gerade ihre Lieferketten mit lokalen Zulieferern stärken.

          Der seit April 2018 amtierende Sewing hat die Wende in der Deutschen Bank mit einem um 40 Prozent geschrumpften Bilanzvolumen geschafft. Der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner lobt: „Die Stabilität unserer Bank steht nicht mehr in Frage.“ Inzwischen bekennt Sewing sich wieder zu großen Banken und einer aktiven Rolle der Deutschen Bank, falls es in Europa zu Zusammenschlüssen unter Banken kommt. „Deutschland braucht eine globale Bank. Und diese Bank - das sind wir“, sagt Sewing.

          Sewing verteidigt Investmentbanking

          Trotz Einstellung des Aktienhandels im Sommer 2019 aber liefert das als riskant geltende Kapitalmarktgeschäft, das in der Vergangenheit hohe Rechtsrisiken hervorrief, den Löwenanteil zum Gewinn – und nicht die als stabiler geltenden drei anderen Geschäftsfelder Unternehmenskunden, Privatkunden und Vermögensverwaltung. „Unser Gewinn sei nur der Investmentbank zu verdanken“, hieß es, und so sei die „alte Deutsche Bank wieder da“, nimmt Sewing Kritik der Öffentlichkeit auf und entgegnet: „Diese Behauptungen teile ich in keiner Weise.“

          Die Deutsche Bank habe nie gesagt, dass sie sich aus dem Kapitalmarktgeschäft zurückziehen wolle, stellt Sewing klar. Sie habe sich allerdings auf ihre Stärken wie das Anleihe- und Währungsgeschäft besonnen und dort Marktanteile ausgebaut. Den Aktienhandel zu schließen sei richtig gewesen – trotz derzeit boomender Märkte. Den Abstand zu den Besten hätte die Deutsche Bank nicht einholen können. Für entscheidend hält es Sewing, sich auf die Kundenbedürfnisse einzustellen: „Bei unseren 100 größten institutionellen Kunden haben wir die Erträge vergangenes Jahr um 30 Prozent gesteigert.“ Ein Großteil dieser Erträge hält er allen Unkenrufen zum Trotz für nachhaltig und stabil.

          Frank Witter wird neuer Aufsichtsrat

          Die Hauptversammlung 2022 wird die letzte sein für Paul Achleitner, der seit 2012 den Aufsichtsrat führt. Er strebe nach seiner 2022 endenden Amtszeit keine Wiederwahl an, sagt Achleitner in seiner Rede und verspricht einen „geordneten Übergang“ seines Amts. Als Favorit für Achleitners Nachfolge gilt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse Theodor Weimer, der seit Juni 2020 dem Deutsche-Bank-Aufsichtsrat angehört. Der Aufsichtsratsvorsitz in der Deutschen Bank allerdings gilt als Hauptberuf, und Weimer hat in der Deutschen Börse noch einen Vertrag bis 2024. Als künftiger Aufsichtsratsvorsitzender kommt auch Frank Witter in Frage, den die Hauptversammlung als Nachfolger des Vermögensverwalters Alexander Schütz in den Aufsichtsrat wählen wird. Witter ist Finanzvorstand von Volkswagen, aber hat angekündigt, aus persönlichen Gründen VW im laufenden Jahr zu verlassen.

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