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Überweisungen verspätet : Panne beim Target-System

Die EZB in Frankfurt Bild: AP

Am Freitag ist das europäische Zahlungsverkehrssystem Target 2 für viele Stunden ausgefallen. Eine Folge waren verspätete Überweisungen.

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          Das europäische Zahlungsverkehrssystem „Target 2“ ist am Freitag für viele Stunden komplett ausgefallen – einschließlich der Notfallsysteme. Einen entsprechenden Bericht des Internetportals „Finanz-Szene“ hat die Bundesbank am Montag bestätigt. Ursache sei eine IT-Störung gewesen, sagte ein Bundesbank-Sprecher. Die genaueren Umstände würden untersucht, das Ergebnis liege noch nicht vor. Es habe sich jedenfalls nicht um einen Angriff von außen gehandelt, sagte der Sprecher. Auf dem Nachrichtendienst Twitter war schon gespottet worden, dahinter stecke bestimmt der Ökonom Hans-Werner Sinn, der sich mit seinem Buch „Die Target-Falle“ intensiv und in kritischer Weise mit diesem System auseinandergesetzt hatte.

          Folgen für Sepa-Überweisungen

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Tatsächlich handelte es sich offenbar um eine Computer-Störung, deren Auswirkungen vor allem deshalb überschaubar geblieben sein sollen, weil sie direkt vor dem Wochenende passierte. Aus einem Rundschreiben der Europäischen Zentralbank geht hervor, dass die Störung von Zahlungsabwicklungen über das Target-2-System am Freitag gegen 14.40 Uhr begonnen haben soll und gegen 1.20 Uhr in der Nacht zum Samstag weitgehend behoben war. Die Abwicklung von Zahlungen sei zum Teil mit sechs Stunden Verspätung erfolgt, hieß es in Finanzkreisen, und zum Teil auf dem Server der italienischen Zentralbank.  

          Die Folgen reichten aber zum Teil bis in den Montag hinein. Betroffen waren unter anderem auch ganz normale Sepa-Überweisungen, bei denen es Verzögerungen gab. „Es wird alles abgearbeitet, damit keine Auswirkungen bleiben“, sagte der Bundesbank-Sprecher.  

          Rückstau am Wochenende abgearbeitet

          Betroffen gewesen sein sollen praktisch alle Banken Europas. Die Commerzbank teilte auf Anfrage mit: „Für unsere Kunden hatte die bankenübergreifende Störung keine spürbaren Auswirkungen, weil die Zahlungen sehr zeitnah nachgebucht wurden.“ Die Deutsche Bank führte aus, dass Zahlungen für Kunden zum Teil nur zeitverzögert durchgeführt werden konnten. Man habe den Rückstau aber zum größten Teil am Wochenende beheben können.

          Diskussionen hatte es immer wieder um die Deutung der Target-Salden der unterschiedlichen Eurostaaten gegeben. Der Saldo der Bundesbank hatte Ende September 1,115 Billionen Euro betragen. Stefan Bielmeier, Chefökonom der DZ Bank, meinte am Montag, mit einem weiteren Anstieg des Saldos sei zu rechnen. 

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