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Deutscher Lichttechnikkonzern : Osram-Übernahme durch AMS – der zweite Versuch

Was wird aus Osram? Bild: Reuters

Nur zwei Wochen nach dem kläglichen Scheitern starten die Österreicher einen neuen Anlauf. Ihre Chancen haben sich gleich aus mehreren Gründen erhöht.

          4 Min.

          Den neue Anlauf von AMS, den Lichttechnikkonzern Osram zu übernehmen, hat mehr Aussicht auf Erfolg, als der vor zwei Wochen gescheiterte erste Übernahmeversuch. Erstens hat der mit 1,5 Milliarden Euro Umsatz deutlich kleinere österreichische Hersteller von Sensoren die Annahmeschwelle gegenüber der ersten Offerte von 62,5 Prozent auf 55 Prozent gesenkt; dabei beinhaltet das Ende Oktober beginnende Angebot unverändert den gleichen Preis von 41 Euro je Osram-Aktie. Und zweitens haben die immer noch im agierenden Finanzinvestoren Bain Capital und Advent aus den Vereinigten Staaten von ihrem geplanten Vorstoß eines höheren Angebotes Abstand genommen.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Mit dem Wegfall eines möglicherweise von manchen Osram-Anteilseignern erhofften attraktiveren Angebotes verschwindet aus Sicht von AMS ein erheblicher Unsicherheitsfaktor. Der dürfte auch für das Scheitern der ersten Offerte mitverantwortlich gewesen sein.

          Die endete am 1. Oktober und hat dem Unternehmen aus der Steiermark eine klägliche Niederlage gebracht. Zwar hatte es zuvor schon die Mindestannahmequote von 75 deutlich auf 62,5 Prozent gesenkt und den Angebotspreis von 38,50 auf 41 Euro erhöht, womit Osram insgesamt mit 4,6 Milliarden Euro bewertet wird. Dennoch erhielt es nur Zugriff auf 51,6 Prozent der Anteile.

          Im neuen Vorstoß dürfte das Kalkül aufgehen. „Wir sind überzeugt, dass unser Angebot erfolgreich sein wird, da es einen sehr attraktiven Preis zu einem vollen Bewertungsniveau bei klarer Annahmeschwelle bietet“, sagte der AMS-Vorstandsvorsitzende Alexander Everke am Freitagabend – und nahm auch Bezug auf die schon eroberte Position als stärkster Osram-Eigner, der in den vergangenen Wochen in hohem Umfang direkt Aktien erworben hatte. „Als bedeutender Osram-Aktionär mit einer Beteiligung von 19,99 Prozent sind wir zudem davon überzeugt, dass dieses Angebot die beste verfügbare Option für die Aktionäre ist.“

          Neue Bietergesellschaft gegründet

          Nach einer ersten Übernahmeinitiative durch die amerikanischen Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle im Sommer, dem überraschenden Auftritt von AMS mit zunächst 38,50 Euro und dann 41 Euro sowie den Planspielen von Bain und Advent kommt nun eine vierte Variante für die Osram-Aktionäre auf den Tisch. Sie ist wegen der erworbenen dominanten Position der Österreicher mit 19,99 Prozent als Abschreckung für andere Interessenten die einzig verbliebene Alternative.

          Normalerweise ist ein Bieter für ein Jahr für eine neue Offerte gesperrt, wenn er mit einem freiwilligen Übernahmeangebot gescheitert ist. Nur wenn der Vorstand des ins Visier genommenen Übernahmekandidaten eine Freigabe erteilt, ist eine Ausnahme möglich. Oder es wird einfach eine neue Bietergesellschaft als Investmentvehikel gegründet, wie es die Steirer mit „AMS Offer GmbH“ getan haben.

          Beobachter rechnen nicht nur damit, dass die Schwelle von 55 Prozent genommen wird, da die Spekulation auf ein weiteres erhöhtes Angebot nicht mehr besteht und zweifelnde Aktionäre nun von AMS überzeugt sein dürften. Die Hartnäckigkeit könnte die Österreicher zudem tatsächlich zu ihrem ursprüngliches Ziel führen, mit 70 Prozent oder noch mehr in der ersten Jahreshälfte 2020 die Beherrschung über Osram zu erhalten, das Unternehmen von der Börse zu nehmen (Squeeze Out) und voll zu integrieren.

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