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Erholung nach der Pandemie : Opec erhöht Prognose für globale Ölnachfrage

Ölplattform in der Nordsee: Der Ölpreis steigt. Bild: dpa

Die Ölstaaten kalkulieren: Der Verbrauch von Öl in aller Welt dürfte sich dieses Jahr gegenüber 2020 um 6 Millionen Fass am Tag erhöhen. Der Ölpreis reagiert.

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          Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) erwartet eine stärkere Nachfrage nach Rohöl als bisher gedacht. Das Ölkartell erhöhte seine Prognose für die globale Ölnachfrage in diesem Jahr um 190 000 Barrel (Fass zu 159 Liter) je Tag. Das geht aus dem am Dienstag in Wien veröffentlichten Monatsbericht der Organisation hervor. Demnach sei in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Nachfrage von 96,46 Millionen Barrel je Tag zu rechnen.

          Christian Siedenbiedel
          (sibi.), Finanzen, Wirtschaft

          Das wäre eine deutliche Erholung gegenüber dem Vorjahr. Das Ölkartell geht damit im Vergleich zum Jahr 2020, das stark von der Corona-Krise geprägt war, von einem Anstieg der Nachfrage um rund 6 Millionen Barrel aus.

          Der Ölpreis legte am Dienstag etwas zu und notierte am Nachmittag zeitweise bei mehr als 64 Dollar je Barrel für die Nordseesorte Brent.

          Als Begründung für die höhere Prognose nannte die Opec einen stärkeren Verbrauch an Kraftstoffen in den kommenden Monaten. Das Ölkartell rechnet in den Sommermonaten mit mehr Urlaubsreisen. Darüber hinaus dürften Fortschritte bei den Corona-Impfungen generell zu einem Anstieg der Wirtschaftsleistung und damit verbunden einer stärkeren Ölnachfrage führen, heißt es in dem Bericht.

          Nachfrage dürfte sich erholen

          Für das zweite Quartal, also die Monate April bis Juni, rechnet die Opec mit einer durchschnittlichen Nachfrage nach Rohöl in einem Volumen von 26,85 Millionen Barrel pro Tag und von 28,33 Millionen im dritten Quartal. Mit der steigenden Nachfrage könnte der zuletzt beschlossene Anstieg der Fördermenge aufgefangen werden.

          Anfang April hatte die Opec gemeinsam mit verbündeten Ölstaaten, die sich in der Opec plus zusammengeschlossen haben, höhere Fördermengen vereinbart. Für die Monate Mai, Juni und Juli will die aus 23 Staaten bestehende Öl-Allianz trotz der Unwägbarkeiten der Corona-Krise ihre Produktion steigern. Im Mai und Juni sollen 350 000 Barrel am Tag mehr auf den Markt gebracht werden als aktuell. Im Juli solle die Steigerung 450 000 Barrel am Tag betragen.

          Nach dem Opec-Treffen vor Ostern, auf dem eine Ausweitung der Ölförderung beschlossen wurde, war der Ölpreis zunächst gestiegen. Das hatte für Verwunderung unter Analysten gesorgt. Möglicherweise war der Kurswechsel der Opec als Indikator für höhere Erwartungen an die Ölnachfrage gedeutet worden. Das wurde aber bald korrigiert. Trotz jüngster Fortschritte bei den Impfkampagnen blickten Investoren besorgt auf die Infektionszahlen, hieß es am Ölmarkt.

          Wie dürfte es nun im Jahresverlauf weiter gehen? Jeff Currie, Rohstoff-Fachmann der Investmentbank Goldman Sachs, rechnet mit einem Anstieg des Ölpreises im Sommer auf 80 Dollar. Er spricht vom Ausverkauf unlängst am Ölmarkt als einem „vorübergehenden Rücksetzer„ in einer ansonsten „großen„ Ölpreisrally. Die Commerzbank ist da etwas skeptischer. 

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