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Opec-Nachwehen : Verunsicherter Ölmarkt

  • Aktualisiert am

Ölraffinerie in Venezuela Bild: AFP

Erst steil rauf, dann scharf nach unten. Auf dem Ölmarkt herrscht Bewegung - und Unsicherheit.

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          Die Ölpreise sind nach ihrem Höhenflug zu Wochenbeginn in den vergangenen Tagen deutlich unter Druck geraten. Am Donnerstag stabilisiert sich der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent bei rund 73 Dollar - ein Minus von 6 Prozent gegenüber dem jüngsten Höchststand von Dienstagvormittag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) leigt deutlich unter 72 Dollar, nachdem er am Dienstag noch 77 Dollar erreicht hatte.

          Weiter bewegt der Disput innerhalb der in der Opec+ zusammengefassten Gruppe von 23 Ölförderländern den Markt. Es geht um die künftige Förderpolitik, aber auch um den Bestand des Opec-Kartells, da der Riss zwischen dem dominanten Königreich Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verläuft, die zu den Kernmitgliedern zählen.

          Belastet wurden die Rohölpreise zuletzt auch von dem stärker werdenden US-Dollar. Steigt der Kurs der amerikanischen Währung, lastet das oft auf der kurzfristigen Nachfrage. Erdöl wird international in Dollar gehandelt, weshalb der Rohstoff für viele Interessenten bei steigendem Dollarkurs teurer wird.

          BRENT

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          Ein Grund für die erratische Preisbewegungen ist, dass die Folgen des Disputs nicht klar sind. Einerseits könnte das Rohölangebot künftig zu gering ausfallen, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Zudem sind nach dem Bericht des amerikanischen Brancheninstituts American Petroleum Institute die Erdölvorräte der USA in der vergangenen Woche ein weiteres Mal um rund 8 Millionen Barrels gefallen.

          Andererseits ist vorstellbar, dass der Ölverbund Opec+ Schaden nimmt und sich einzelne Länder gar nicht mehr an die gemeinsame Strategie einer gedeckelten Förderung halten. In diesem Fall könnte das Angebot deutlich steigen. Zu der vorherrschenden Widersprüchlichkeit passt, dass die Lagerbestände in dem für den amerikanischen Ölmarkt zentralen, größten Lager Cushing gestiegen sein sollen.

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          Saudi-Arabien hatte am Dienstag seine Verkaufspreise für einige seiner Kunden angehoben. Damit habe das Land seine Bereitschaft signalisiert, an dem Abkommen der Opec+ festzuhalten, hieß es von den Rohstoffexperten der Commerzbank. „Doch einige Länder der Allianz würden ihre Produktion lieber so schnell wie möglich erhöhen, auch auf Kosten der anderen."

          Mittelfristig sind sowohl steigende als auch fallende Ölpreise denkbar.Derzeit herrscht am Ölmarkt aber vor allem eines vor: Unsicherheit. Und das war noch nie eine gute Grundlage für Käufe, was die jüngste Preisbewegung erklärt, die aber nicht von Dauer sein könnte.

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