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OPEC-Sitzung : Ölpreis steigt nach Äußerungen des Ölkartells

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Öl-Bohrinsel in der Nordsee Bild: dpa

Die Erdölländer wollen weiter nur begrenzte Mengen ihres für die Wirtschaft unverzichtbaren Rohstoffs fördern. An den Rohstoffmärkten steigen daher die Ölpreise.

          Bei den Beratungen des Ölkartells Opec verdichten sich heute die Anzeichen für eine Verlängerung der seit Dezember 2018 bestehenden Förderkürzung.

          Noch vor Beginn der Konferenz machte die nigerianische Delegationschefin Folasade Yemi-Esan deutlich, dass ihr Land eine solche Beschränkung auch für die nächsten neun Monate befürwortet. „Wir glauben, dass eine Verlängerung der Limits um neun Monate einer um sechs Monate zu bevorzugen ist, denn das bietet größere Sicherheit und reduziert dabei die Volatilität des Marktes“, sagte Yemi-Esan.

          Auch die ölreichen Staaten Russland und Saudi-Arabien setzen sich dafür ein, die Produktionsbegrenzung der Opec und anderer Staaten zu verlängern, die gemeinsam die Opec+ bilden. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte am Samstag nach dem G20-Gipfel im japanischen Osaka, dass er dies bei Gesprächen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman vereinbart habe.

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          Russland gehört offiziell nicht zum Kern der Opec, spielt aber wegen seiner gigantischen Ölreserven eine wichtige Rolle für das Kartell. Denn ohne den Großanbieter Russland könnte die Opec die Förderung und die Preise nicht wirksam kontrollieren.

          Im Dezember hatten sich die Staaten der Opec+ nach langen Verhandlungen darauf verständigt, 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag weniger als im Oktober 2018 aus dem Boden zu pumpen. Ein Barrel entspricht knapp 159 Litern. Dabei entfallen 800.000 Barrel auf die Opec-Staaten, die restlichen 400.000 Barrel auf die zehn anderen kooperierenden Länder, etwa Russland.

          Die Kürzung wurde in den vergangenen Monaten nach Angaben der Internationalen Energieagentur in Paris in einigen Monaten sogar übererfüllt. Am Montag wollten nun zunächst die Opec-Staaten, am Dienstag dann die Runde der Opec+ über eine Verlängerung beraten.

          Die Ölpreise stiegen angesichts der Aussicht auf ein verlängertes Förderlimit. Der Barrel-Preis für das in den USA geförderte Öl der Marke West Texas Intermediate (WTI) kletterte am Montag zeitweise über die Marke von 60 Dollar.

          Das in der Nordsee geförderte und für den europäischen Markt wichtige Brent-Öl notiert mit rund 66 Dollar ebenfalls über dem Stand zum Ende der vergangenen Woche.

          Jon Andersson, Rohstoff-Chef beim Vermögensverwalter Vontobel, sah in einem Marktkommentar vom Freitag die Preise für Rohöl vor einer Aufwertung.

          „Die Produktionskürzungen sind notwendig, um den Ölpreis zu stützen, der zuletzt aufgrund von globalen Rezessionsschwankungen und Handelskriegsängsten zwischen den USA und China unter Druck geraten ist“, sagte der Experte zum Kalkül der Opec. Eine über das bisherige Limit hinausgehende Kürzung der Ölförderung sei jedoch nicht zu erwarten.

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