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Online-Banken : Welche Online-Bank ist die beste?

Wertpapiere kaufen geht am günstigsten bei Online-Banken. Bild: Marc-Steffen Unger

Heute verschwindet die DAB Bank, der Pionier der Online-Banken. Macht nichts, es gibt noch genügend andere Anbieter. Ein Vergleich.

          3 Min.

          Die DAB Bank ist ein Pionier. Sie wurde unter dem Namen „Direkt Anlage Bank“ 1994 als erster Online-Broker Deutschlands gegründet. Seitdem ist es hierzulande möglich, Wertpapiere zu Hause über Telefon und Fax und seit 1996 auch am Computer über das Internet zu erwerben. Zur Bankfiliale gehen und dort ein Kaufformular auf Papier auszufüllen – das war nun nicht mehr nötig. Es folgten schnell weitere Online-Broker, die ihren ersten Höhepunkt mit dem Neuen Markt und dem Tech-Boom zur Jahrtausendwende erlebten. Zocken am Bildschirm wurde populär. Später wurden sie zu vollwertigen Online-Banken, die auch Girokonten, Kredite und Tagesgeld anbieten. Doch nun ist Schluss: Die DAB Bank, mit 450000 Kunden eine der größten Online-Banken des Landes, verschwindet. Nur das Geschäft mit professionellen Anlegern wird noch unter dem alten Namen fortgeführt.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Seit Januar gehört die Bank, die einst von der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank ins Leben gerufen wurde, zur französischen BNP Paribas. Die hat zuvor schon die Consorsbank gekauft, den anderen Pionier unter den deutschen Online-Brokern. An diesem Wochenende wird die DAB Bank mit der Consorsbank verschmolzen. Alle Kunden sind dann Consorsbank-Kunden. Ändern wird sich nicht viel, Angebot und Preise sind ähnlich.

          Für die deutsche Bankkundschaft schrumpft damit das Angebot an Online-Banken. Aber es bleiben noch genug übrig, aus denen Interessenten wählen können. Wer sein Konto noch bei einer Filialbank wie der Commerzbank oder einer Sparkasse oder Volksbank hat, sollte über einen Wechsel nachdenken. Denn die Gebühren liegen deutlich niedriger. Die Girokonten sind unter Bedingungen noch kostenlos, Negativzinsen werden noch nicht wie bei immer mehr Filialbanken als Strafgebühr an den Kunden weitergegeben, und der Wertpapierhandel ist deutlich günstiger. So wird das Depot in der Regel gebührenfrei geführt, während bei Filialbanken je nach Depotbestand mehr als 100 Euro im Jahr anfallen können.

          Ein Wertpapierauftrag kostet im günstigen Fall unter zehn Euro, während die Filialen in der Regel ein Prozent Gebühr verlangen. Bei einem 5000-Euro-Kaufauftrag wären das schon 50 Euro. Besonders attraktiv: Fonds gibt es bei Online-Banken mindestens für den halben Ausgabeaufschlag, das spart bei einem Gegenwert von 10000 Euro bis zu 250 Euro. Auf Wertpapierberatung muss der Anleger trotzdem nicht verzichten. Einige Online-Banken bieten sie telefonisch oder über die Filialen der Mutterkonzerne an – aber gegen Extraentgelt.

          Neukundenrabatte machen Bankwechsel attraktiv

          Auch nach dem Ende der DAB gibt es noch rund zehn vollwertige Online-Banken mit Girokonto und der Möglichkeit, Wertpapiere zu handeln. Hinzu kommen Online-Broker wie Flatex oder Onvista, die sich nur auf den Börsenhandel konzentrieren. Hier benötigen Kunden noch eine zweite Bank für das Girokonto. Hinzu kommen die Online-Angebote der Filialbanken, die aber teurer sind als die der reinen Online-Banken, aber günstiger als die Filialkonditionen. Ein Wechsel ist derzeit besonders attraktiv, weil viele Banken mit Neukundenrabatten werben. Besonders viel mit bis zu 100 Euro zahlen derzeit 1822direkt, Comdirect und Wüstenrot (die nicht nur eine Bausparkasse ist). Dazu muss ein Girokonto eröffnet werden, Comdirect zahlt sogar noch einmal extra, wenn dafür ein anderes beim Konkurrenten geschlossen wird.

          Bedingung ist immer, dass das Gehalt oder ein anderer regelmäßiger Betrag auf das Konto eingeht. Die Online-Banken wollen so einen vollen Überblick über die Finanzen des Kunden bekommen, um ihm damit gezielter auch andere Geldprodukte wie Kredite, Fonds oder Versicherungen anbieten zu können. Manche Banken richten auch für Neukunden besondere Tagesgeldkonten ein, auf denen sie zumindest für ein paar Monate eine vergleichsweise hohe Verzinsung von bis zu einem Prozent bekommen. Wer auch noch seine Wertpapiere zur neuen Bank verlagert, erhält häufig noch eine weitere Geldprämie.

          Ein insgesamt sehr attraktives Angebot bietet die DKBhttps://www.faz.net/aktuell/finanzen/thema/dkb Bank. Beim Girokonto wirbt sie mit dem niedrigsten Überziehungszins und der Möglichkeit, überall – auch im Inland – kostenlos Geld abheben zu können. Andere Banken beschränken das auf das Ausland. Auch beim Wertpapierhandel ist die DKB Bank attraktiv. Sie rechnet jeden Auftrag für pauschal zehn Euro ab (plus fremde Spesen etwa von der Börse, die aber kaum ins Gewicht fallen). Solche Pauschalgebühren sind gerade für größere Aufträge sehr günstig. So kostet ein 10000-Euro-Auftrag bei anderen Online-Banken mehr als das Doppelte. Noch niedrigere Pauschalgebühren haben Flatex und Onvista.

          Auch im Angebot sind manche Online-Banken sehr innovativ. Hier sticht oft die Comdirect Bank heraus. Dazu nützt sie seit neuestem auch die Ideen der Fintechs, der neuen Start-ups in der Finanzindustrie. So können sich Anleger die für sie idealen Indexfonds vollautomatisiert heraussuchen lassen. Und das Girokonto bietet die Möglichkeit, auch andere Konten des Kunden bei der Konkurrenz anzeigen zu lassen. Das verbessert den Überblick über die eigenen Finanzen. Und Überweisungsformulare auf Papier erfasst der Computer, das Eintippen der Daten entfällt.

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