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Internationale Finanzmärkte : Börsen verdauen Omikron

  • Aktualisiert am

Inflation und Pandemie lassen Aktienhändler skeptischer nach vorne blicken. Bild: dpa

Zwar mieden asiatische Anleger die Börsen am Montag. In Europa hellte sich die Stimmung allerdings nach anfänglichen Ängsten wieder auf. Auch in Amerika zeichnet sich freundlicheres Börsenwetter ab.

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          Am Freitag versetzte die zuerst in Südafrika dokumentierte Coronavirus-Variante Omikron die Börsen in Aufruhr. Nach dem Wochenende haben sich die Gemüter der Börsianer zumindest in Europa wieder etwas beruhigt. Der Dax eröffnete bei 15.431 Punkten, fiel dann aber im frühen Handel auf 15.3421 zurück.

          Gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag markierte dies dennoch ein Plus von 0,6 Prozent. Angeführt wurden die Gewinne von RWE, Puma und der Munich Re, jeweils mit über 2 Prozent. Zu den Verlierern im Dax am Morgen zählten Qiagen, Continental und HelloFresh, die jeweils mehr als 2 Prozent abgaben. Der Euro Stoxx 50 gewann 0,7 Prozent auf 4119 Punkte.

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          Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich am Montag nur wenig bewegt. Marktbeobachter sprachen von einer Stabilisierung an den Finanzmärkten nach dem Omikron-Schock am vergangenen Freitag. Die als sicherer Anlagehafen geschätzten Bundesanleihen haben damit die Kursgewinne vorerst nicht weiter fortgesetzt.

          Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future wurde am Morgen bei 172,14 Punkten gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Freitagabend. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen verharrte nahezu unverändert auf minus 0,34 Prozent. (dpa-AFX)

          Asiatische Börsen mit Verlusten

          In Asien herrschte hingegen weiterhin Verunsicherung. In Tokio schloss der Nikkei 225 mit einem Minus von 1,63 Prozent bei 28 283,92 Punkten. Japan hatte nach wenigen Wochen der Öffnung angekündigt, die Grenzen wegen Omikron ab 30. November wieder für Ausländer zu schließen.

          Die Aktien von Nissan büßten über fünfeinhalb Prozent ein, nachdem der Autobauer mitgeteilt hatte, er wolle die Elektrifizierung seiner Flotte mit Milliarden-Investitionen vorantreiben. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland sank um 0,18 Prozent auf 4851,42 Punkte, während der Hongkonger Hang-Seng-Index 0,90 Prozent auf 23 862,87 Zähler verlor.

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          Für die amerikanischen Börsen wird ein Sprung nach oben erwartet. Termingeschäfte tendierten vor Eröffnung der Börsen stärker. Für den Technologieindex Nasdaq 100 stiegen sie um 1,2 Prozent, für den breiter gefassten S&P 500 um 0,9 Prozent.

          Der Euro ist am Montag gesunken. Nachdem der Kurs in der vergangenen Nacht wieder unter 1,13 Dollar rutschte, wurde die Gemeinschaftswährung am Morgen bei 1,1272 Dollar gehandelt. Am Freitagabend hatte eine kurzfristige Erholung den Euro zeitweise bis auf 1,1331 Dollar steigen lassen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1291 Dollar festgesetzt.

          Rohstoffe und Edelmetalle erholten sich. Nach einer schwachen Tendenz am Morgen stieg der Goldpreis um 0,3 Prozent auf 1593 Euro. Auch Rohöl erholte sich wieder. Die Sorte WTI kletterte um 4,8 Prozent auf 71,57 Dollar, die Sorte Brent wurde 4,16 Prozent höher bei 75,92 Dollar gehandelt.

          Auch der Bitcoin erholte sich nach einem schwachen Wochenende, an dem er bis auf 53.672 Dollar gefallen war. Am Montagmorgen war er 57.229 Dollar wert und lag damit 5,45 Prozent über dem Vortag.

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