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F.A.Z. exklusiv : Scholz in Kontakt mit wichtigem Commerzbank-Investor

Wie dem aktuellen Schreiben der Parlamentarischen Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn zu entnehmen ist, traf sich die Leitung des Ministeriums genauso oft mit Spitzenvertretern der Beteiligungsgesellschaft Cerberus wie mit der Commerzbank. Bild: dpa

Spekulationen um eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank machen die Runde. Das Bundesfinanzministerium spricht nach Informationen der F.A.Z. mit beiden Seiten.

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          Die Bundesregierung steht nicht nur mit der Deutschen Bank in engem Kontakt, sondern auch mit der Commerzbank und dem Finanzinvestor Cerberus, der in beiden Instituten zu den wichtigsten Aktionären gehört. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Frage des Grünen-Abgeordneten Gerhard Zickenheiner hervor, die der F.A.Z. vorliegt.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die Gesprächsverbindung von Ressortchef Olaf Scholz (SPD) und seinem Staatssekretär Jörg Kukies zum größten deutschen Geldhaus ist allerdings erheblich enger als zu dem Institut, an dem der Bund seit der Finanzkrise beteiligt ist. Der von dieser Zeitung aufgedeckte enge Draht zur Deutschen Bank hat die Spekulationen um eine von der Politik vorangetriebene Fusion beflügelt.

          Wie dem aktuellen Schreiben der Parlamentarischen Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn zu entnehmen ist, traf sich die Leitung des Ministeriums genauso oft mit Spitzenvertretern der Beteiligungsgesellschaft Cerberus wie mit der Commerzbank. So trafen sich Scholz und Kukies im Mai mit dem gerade neu gewählten Aufsichtsratsvorsitzenden der Commerzbank, Stefan Schmittmann, und dem Vorstandschef Martin Zielke. Für Juni und August sind zwei weitere Kontakte von Zielke und Kukies vermerkt. Vier Mal seit dem August hat Kukies den Deutschlandchef von Cerberus, David Knower, gesprochen, der zu diesen Terminen auch immer ranghöhere Kollegen hinzuzog.

          Im Januar waren sogar die beiden Vorstandsvorsitzenden Stephen Feinberg und Frank Bruno mit dabei, sowie Matt Zames. Letzterer erfüllt in der Deutschen Bank seit Juli die ungewöhnliche Doppelrolle, dass er als Vertreter eines Investors den Vorstand der Deutschen Bank berät. Worum es in den Gesprächen ging, sagt das Finanzministerium nicht.

          Über die Strategie wird gerätselt

          Cerberus ist nicht nur an den beiden größten deutschen Banken beteiligt. Der Finanzinvestor hat auch gemeinsam mit einem anderen die gescheiterte HSH Nordbank übernommen und zuletzt um die Nord LB mitgeboten. Cerberus hält inzwischen eine ganze Reihe europäischer Bankbeteiligungen. Über die Strategie dahinter wird gerätselt.

          Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Politikers Fabio de Masi hervorgeht, trafen Scholz und Kukies außerdem im vergangenen September den CDU-Politiker Friedrich Merz als Interessenvertreter des amerikanischen Vermögensverwalters Blackrock, der ebenfalls zu den wichtigsten Aktionären von Deutscher Bank und Commerzbank zählt. Insgesamt hatte Merz demnach vier Gespräche mit Bundesministern.

          Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sagte indes in Davos, dass eine Fusion für ihn derzeit kein Thema sei: „Ich habe eine echte Aufgabe vor mir, nämlich der Deutschen Bank Profit zurückzubringen. Das ist mein wichtigstes Ziel, alles andere liegt weit außerhalb dessen, worüber ich nachdenke.“ Der Grünen-Abgeordnete Danyal Bayaz sieht das anders: „Es wird klar, dass Olaf Scholz bei der Berufung von Jörg Kukies als Staatssekretär von Anfang an den Plan für eine große Bankenfusion im Kopf hatte“, sagte er der F.A.Z.

          Politische Unterstützung könnte die Deutsche Bank bald brauchen. Wie sie am Mittwoch wissen ließ, haben Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt Anfragen zu ihrer Verwicklung in den Geldwäscheskandal der Danske-Bank gestellt.

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