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Peso statt CUC : Kuba verzichtet offiziell auf zweite Währung

Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel spricht per Videoübertragung zu den Vereinten Nationen. Bild: dpa

Die kubanische Regierung gibt das Zwei-Währungssystem und die komplizierten Umtauschregeln auf. Sie reagiert damit auf die schwerste Wirtschaftskrise des Landes seit Untergang der Sowjetunion.

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          Die kubanische Regierung gibt das Zwei-Währungssystem und die komplizierten Umtauschregeln auf. Die Entscheidung entspricht ökonomisch einer kräftigen Abwertung der kubanischen Währung, die tiefgreifende Folgen für die Volkswirtschaft des Inselstaats haben wird.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Präsident Miguel Diaz-Canel verkündete die Entscheidung in einer Ansprache an die Nation. Das Regime reagiert auf die schwerste Wirtschaftskrise des Landes seit Untergang der Sowjetunion, die durch die Pandemie ausgelöst wurde und durch die Sanktionen Washingtons noch verschärft wird.

          Diaz-Canel teilte mit, dass der Peso im Verhältnis von 24 zu eins an den amerikanischen Dollar gekoppelt werde. Knapp 30 Jahre lang hatten sich die Kubaner an zwei Währungen gewöhnt: den unbeliebten Peso und den kaufkräftigeren CUC, der ungefähr einem Dollar entsprach. Normale Bürger wurden in Peso entlohnt, es sei denn, sie bekamen im informellen Sektor oder in der Touristik Zugriff auf den CUC.

          Bürger, Gemeinschaftsunternehmen und private Betriebe mussten 24 Peso aufbringen, um dafür einen CUC zu bekommen. Staatsbetriebe dagegen hatten das Recht, ihre Pesos im Umtauschverhältnis eins zu eins zu tauschen. Der CUC fällt nun weg. Die Parteiendiktatur erwartet eine kräftige Inflation: Sie hat darauf mit der Ankündigung reagiert, die Löhne in den Staatsbetrieben und Pensionen deutlich anzuheben. Allerdings arbeiten rund zwei von sieben Millionen Beschäftigten als Selbständige oder im informellen Sektor. Wie sie auf die erwarteten Preissprünge reagieren, ist unklar.

          Strafen für Preiserhöhungen

          Diaz-Canel versprach, niemand werde zurückgelassen. Unternehmen, die unangemessene Preiserhöhungen durchzusetzen versuchten, müssten mit Strafen rechnen. Die Währungsreform ist nur ein Teil einer größeren Wirtschaftsreform, die unter anderem vorsieht, verschiedenen Staatsbetrieben die Subventionen zu streichen. Sie bekämen ein Jahr, um ihre Bücher in Ordnung zu bringen. Bildung und Gesundheit blieben für Kubaner unentgeltlich, Lebensmittel würden weiter subventioniert.

          Kubas Regierung hat im Vorjahr Geschäfte eröffnet, in denen man nur in Dollar bezahlen kann. Deshalb vermuten viele Kubaner, dass der Inselstaat in Wahrheit eine Mehr-Währungs-Volkswirtschaft bleibe. Die staatlichen Stellen hatten die Läden mit der Notwendigkeit begründet, Devisen zu bekommen.

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