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Ölpreis steigt : Top-Banker geht nicht zu Saudi-Treffen

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Jamie Dimon ist Chef der Bank JP Morgan. Bild: Reuters

Der Ölpreis steigt wieder. Anleger fragen sich, ob nun ein Streit zwischen Saudi-Arabien und Amerika droht. Mancher Manager reagiert schon.

          Öl ist deutlich teurer als noch vor einem Jahr, ein Fass (159 Liter) der Sorte Brent kostet mehr als 80 Dollar – und viele Anleger sorgen sich, dass dieser wichtige Rohstoff bald womöglich noch teurer wird. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die Nachfrage steigt, mit Iran fällt demnächst ein potenter Anbieter aufgrund der amerikanischen Sanktionen aus, und nun kommt eine dritte Unsicherheit hinzu, Saudi-Arabien.

          Ursache ist die Ermordung des prominenten saudischen Journalisten und Dissidenten Jamal Khashoggi. Donald Trump drohte dem Königshaus bereits Strafen an für den Fall, dass es dies angeordnet hat. Die Führung in Riad reagierte damit, dass sie sich gegen Sanktionen mit eigenen Maßnahmen wehren würde – der Ölpreis stieg denn auch zu Wochenbeginn leicht, nachdem er sich zuvor von seinem 85-Dollar-Hoch wieder etwas entfernt hatte im Zusammenhang mit den insgesamt gefallenen Aktienkursen in der vergangenen Woche.

          Wichtige internationale Unternehmen reagieren schon. Nach dem Ford-Verwaltungsratschef Bill Ford hat nun auch der Vorstandsvorsitzende der größten amerikanischen Bank JPMorgan Chase & Co.angekündigt, er werde nicht an der demnächst anstehenden Wirtschaftskonferenz „Future Investment Initiative“ in Saudi-Arabien teilnehmen. Dies sagte Jamie Dimon dem amerikanischen Finanzsender CNBC. Das Treffen, das mit Bezug auf das Weltwirtschaftsforum in Davos gelegentlich als „Davos in der Wüste“ bezeichnet wird, findet vom 23. bis zum 25. Oktober statt.

          Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, plant bislang, weiter an der Konferenz teilnehmen zu wollen. Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin äußerte sich ähnlich.

          In Saudi-Arabien bereitet sich der junge Kronprinz Muhammad Bin Salman derzeit darauf vor, die Führung des Landes zu übernehmen. Er hat ein Modernisierungsprogramm angestoßen, das Saudi-Arabien aus der Vergangenheit in die Gegenwart katapultieren soll. Spekulationen gibt es allerdings, wonach sogar er selbst in die Ermordung des Journalisten verwickelt sein könnten – das Königshaus wiederum bestreitet alle Vorwürfe.

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