https://www.faz.net/aktuell/finanzen/oelpreis-steigt-die-opec-springt-nicht-fuer-russland-ein-18007972.html

Ölpreis steigt auf 112 Dollar : Die OPEC springt nicht für Russland ein

Embargo, und kaum jemand will zusätzliches Öl fördern: Der Ölpreis steigt auf 112 Dollar je Fass. Bild: Reuters

Auf ihrem Treffen beschließen die erdölexportierenden Staaten eine mäßige Fördererhöhung, die angesichts des hohen Ölpreises und des bevorstehenden EU-Ölembargos erstaunt. Der Krieg in der Ukraine ist nur indirekt ein Thema.

          1 Min.

          Die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) springt nicht für mögliche Ölengpässe im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg ein. Trotz der hohen Ölpreise haben das Kartell und seine Partnerländer einschließlich Russland (OPEC plus) am Donnerstag beschlossen, die Ölförderung nur wie geplant mäßig anzuheben. Wie im Mai sollen auch im Juni 432 .000 Barrel (159 Liter je Barrel) pro Tag mehr gefördert werden. Das ist das Programm, das für die Zeit der Erholung aus der Pandemie vorgesehen war. Die 13 Ölländer hatten die Förderung im ersten Coronajahr 2020 stark gedrosselt, weil die Preise aus Mangel an Nachfrage eingebrochen worden waren. 2021 beschloss die OPEC dann, die Förderung langsam wieder auszuweiten – die Entscheidung wird monatlich überprüft.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Ankündigung des geplanten Ölembargos der Europäischen Union hatte schon am Mittwoch den Ölpreis steigen lassen; das setzte sich nach der OPEC-Entscheidung fort. Zeitweise erreichte der Preis der Nordseesorte Brent 112 Dollar je Barrel, der für die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg auf mehr als 110 Dollar. So teuer war Öl zuletzt im März gewesen – als Reaktion auf Russlands Invasion in die Ukraine.

          BRENT

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die OPEC und ihre von Russland geführten Bündnispartner stehen offenbar trotz des Krieges Seite an Seite. Der saudische Kronprinz Muhammad bin Salman Al Saud hatte erklärt, trotz des Angriffskriegs auf die Ukraine an der Partnerschaft mit Russland festhalten zu wollen. Die OPEC spricht den Krieg meistens nicht direkt an und verwendet stattdessen Bezeichnungen wie „geopolitische Spannungen in Osteuropa“.

          Die Organisation wolle Russland offenbar nicht verärgern, sagte Giovanni Staunovo, Ölanalyst der Bank UBS. Nachdem Russland seine Exporte im April erhöht statt gesenkt habe, bestehe im Zusammenschluss kein Interesse, Förderziele offiziell mehr anzuheben, um Sanktionen auszugleichen. Vertreter der amerikanischen Regierung hatten insbesondere Saudi-Arabien schon mehrfach gebeten, die Ölförderung zu erhöhen, um die Inflation etwas zu dämpfen; offenbar aber weitgehend ohne Erfolg.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ort der Freiheit? Teilnehmer einer Demonstration gegen den Vortrag der Biologin Vollbrecht in einem Hörsaal der Humboldt-Universität im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften am 2. Juli 2022.

          Humboldt-Uni rudert zurück : Gecancelter Gender-Vortrag wird nachgeholt

          Der gecancelte Geschlechter-Vortrag der Biologin Marie-Luise Vollbrecht wird von der Humboldt Universität nachgeholt. Zur Absage verstrickt sich die Hochschule in Widersprüche. Der „Arbeitskreis kritischer Jurist*innen“ wähnt sich als Siegerin.
          Kaum zu kriegen: Auf eine neue Rolex müssen Kunden oft mehrere Jahre warten.

          Luxusmarkt für junge Menschen : Bock auf Rolex

          5000 Euro und mehr für eine Uhr: Klassische Luxusuhren gelten bei vielen jungen Menschen als Statussymbol. Daran ändert auch die Smartwatch nichts. Woher rührt der neuerliche Hype?
          Spurensuche vor 100 Jahren an einem Berliner Tatort: Ernst Gennat verfolgt neben der Stenotypistin die Arbeit seiner Ermittler.

          Serienmörder Carl Großmann : Der Schlächter von Berlin

          Mehr als drei Morde gab er nie zu, es könnten jedoch an die 100 gewesen sein. Vor 100 Jahren erhängte sich einer der schlimmsten Serienmörder in der deutschen Kriminalgeschichte. Carl Großmann ist trotzdem fast vergessen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.