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Dax und Nikkei : Ölpreis, Dollar und Rekorde treiben Anleger um

  • Aktualisiert am

Kurs steigt: Eurozeichen in Frankfurter Innenstadt Bild: Francois Klein

Weil die Börsen in Amerika und China wegen der Feiertage geschlossen sind, richten sich die Blicke nach Europa und Japan. Der Nikkei durchbricht eine wichtige Marke, der Euro steigt und der Ölpreis legt zu.

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          Der Dax hat zum Start in die neue Handelswoche moderat zugelegt. Für einen weiteren Rekord reichte es bislang aber nicht. Im frühen Handel gewann der Leitindex knapp 0,4 Prozent auf 14.100 Punkte. Vor einer Woche hatte er mit 14.169 Punkten sein bisheriges Rekordhoch erreicht. Im weiteren Wochenverlauf war er dann um die runde Marke von 14.000 Punkten gependelt.

          Im Gegensatz zum Dax erreichte der M-Dax für die mittelgroßen Werte am Montag wieder einen Rekord, zuletzt rückte er um fast 0,8 Prozent auf 32.845 Punkte vor. Für den Leitindex der Eurozone, der Euro Stoxx 50, stand ein Plus von 0,4 Prozent zu Buche. Die jüngst in den Vereinigten Staaten wie auch hierzulande gestiegenen Zinsen und die Furcht vor einer anziehenden Inflation ließen die Anleger kalt.

          Aufwind an Japans Börse

          Impulse von den Überseemärkten kamen am Montag lediglich aus Tokio. In Amerika ist Feiertag und auch in China und Hongkong wird wegen des Neujahrsfests weiter nicht gehandelt. In Japan allerdings schloss der Leitindex Nikkei 225 erstmals seit mehr als 30 Jahren über der Marke von 30.000 Zählern. Die japanische Regierung hatte zuvor überraschend gute Zahlen mitgeteilt: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal wuchs zum Vorquartal um 3,0 Prozent, der Einbruch der Wirtschaft im Gesamtjahr 2020 war nicht so schlimm wie befürchtet.

          Das BIP in der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt schrumpfte im Coronajahr um 4,8 Prozent im Vorjahresvergleich. Der Einbruch war besonders im zweiten Quartal heftig, mit einem Minus von 8,3 Prozent.

          Seit Sommer wuchs Japans Wirtschaft wieder; das Plus von drei Prozent im Quartal von Oktober bis Dezember war nun höher als von Analysten erwartet. Treiber der Entwicklung waren die Exporte, sie nahmen um 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Der private Konsum legte um 2,2 Prozent zu.

          Euro profitiert von schwachem Dollar

          Der Euro hat am Montag zugelegt. Am Vormittag baute er die Kursgewinne aus dem frühen Handel etwas aus und erreichte ein Tageshoch bei 1,2145 Dollar. Am Freitagabend war die Gemeinschaftswährung etwas tiefer bei 1,2120 Dollar gehandelt worden, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,2108 Dollar festgesetzt hatte.

          Marktbeobachter sprachen zum Wochenauftakt von einer Dollar-Schwäche, die dem Euro im Gegenzug etwas Auftrieb verlieh. Eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten mit Kursgewinnen an den asiatischen Aktienmärkten belastete den amerikanischen Dollar. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch für den japanischen Yen, der von Anlegern ebenfalls als sichere Anlage geschätzt wird. Die aktuell stärkere Risikofreude der Investoren setzte den Yen im Handel zu allen anderen wichtigen Währungen unter Druck.

          Zu den Gewinnern am Devisenmarkt zählte hingegen das britische Pfund. Nach Fortschritten bei der Impfkampagne im Kampf gegen die Corona-Pandemie konnte das Pfund zu fast allen wichtigen Währungen zulegen. Am Wochenende war bekannt geworden, dass in Großbritannien mittlerweile 15 Millionen Einwohnern ein Corona-Impfstoff verabreicht wurde. Dagegen verläuft die Impfkampagne in den Staaten der EU nach wie vor schleppend.

          Im weiteren Tagesverlauf wird ein eher impulsarmer Handel erwartet. Es stehen nur vergleichsweise wenige wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm. Außerdem bleiben die Börsen in den Vereinigten Staaten wegen eines Feiertags geschlossen und fallen als Impulsgeber aus.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Berichte über einen verhinderten Angriff auf Saudi Arabien macht Rohöl-Anleger nervös. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um rund zwei Prozent auf ein 13-Monats-Hoch von 63,76 Dollar je Barrel. Dem Staatsfernsehen zufolge fing die von Saudi-Arabien geführte Koalition, die im Nachbarland Jemen gegen die von Iran unterstützten Houthi-Rebellen kämpft, eine mit Sprengstoff beladene Drohne ab. Sie sei auf dem Weg nach Saudi-Arabien gewesen.

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