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Neue Strategie : EZB-Beobachter sollen der Notenbank helfen

Der Ökonom Volker Wieland während einer Pressekonferenz des Sachverständigenrats Bild: dpa

Ökonomen unterstützen die Europäische Zentralbank bei den Beratungen über eine neue Strategie. Auch ein Mitglied des Sachverständigenrats ist dabei.

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          Mit der zweitägigen Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt hat am Mittwoch der Prozess der strategischen Neuausrichtung („Strategic Review“) der Notenbank begonnen. Beratend tätig werden soll dabei offenbar auch ein Gremium, das in Frankfurt einen guten Namen hat: die Konferenz „The ECB and its Watchers“, die von dem Frankfurter Wirtschaftsprofessor Volker Wieland, Mitglied im Sachverständigenrat der „Fünf Weisen“, organisiert wird.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Entsprechende Informationen aus Notenbankkreisen hat Wieland am Mittwoch bestätigt. „Wir werden zu dem ,information gathering process‘ des EZB-Rates mit unserer Konferenz einen Beitrag leisten“, sagte er. „Wir werden uns mit Fragen zu Mandat, Instrumenten und Strategie im engeren Sinne beschäftigen.“

          EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte angekündigt, für die Neuausrichtung der Notenbank eine breite Diskussion anstoßen zu wollen, an der sich nicht nur die EZB-Ratsmitglieder, sondern auch Politiker, Wissenschaftler und die breite Bürgergesellschaft beteiligen sollten. Kritiker der bisherigen Linie im EZB-Rat hatten geäußert, sie setzten „große Hoffnungen“ auf den Prozess, in dem es unter anderem um das Inflationsziel, die Inflationsmessung und die Instrumente der Notenbank gehen soll. Allerdings sei es natürlich wichtig für die Frage, in welche Richtung die Notenbank sich bewegen werde, welche Wissenschaftler beispielsweise in diesem Prozess gehört würden.

          Wieland jedenfalls gilt als sehr kundig in Fragen der Geldpolitik, manche hatten in ihm schon einen möglichen Nachfolger für das ausgeschiedene EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger gesehen. In der Konferenz „The ECB and its Watchers“, die 1999 vom späteren Bundesbankpräsidenten Axel Weber ins Leben gerufen worden war, übernimmt Wieland als Organisator eine eher moderierende Rolle. In den Wirtschafts-Sachverständigenrat wurde er auf Vorschlag der Arbeitgeber berufen, der Ökonom ist zudem seit 2011 Mitglied im liberalen Kronberger Kreis.

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